AfD feiert Rekordwahl in Baden-Württemberg trotz Skandal und innerparteilicher Krisen
Kazim HoffmannAfD feiert Rekordwahl in Baden-Württemberg trotz Skandal und innerparteilicher Krisen
Die rechtspopulistische AfD hat bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 ihr bestes Ergebnis aller Zeiten erzielt und 23 Prozent der Stimmen geholt. Das entspricht einem Zuwachs von 9,1 Prozentpunkten seit 2021 und festigt die Position der Partei als zweitstärkste Oppositionskraft im Stuttgarter Landtag. Die Gewinne gelangen trotz wochenlanger interner Turbulenzen wegen eines Vetternwirtschaft-Skandals, der die letzten Tage des Wahlkampfs überschattete.
Vor fünf Jahren hatte die AfD in Baden-Württemberg noch nur 9,7 Prozent der Stimmen erhalten. Diesmal stieg die Unterstützung auf 18,8 Prozent, womit die Partei 35 Mandate errang – 18 mehr als zuvor. Besonders stark war der Zuwachs bei den 35- bis 44-Jährigen, wo die Zustimmung um 12 Punkte kletterte. Insgesamt gewann die AfD Wählerinnen und Wähler von Nichtwählern, der CDU und der FDP hinzu, mit den besten Ergebnissen in kleineren Städten wie Pforzheim und Tuttlingen.
Der Aufstieg der Partei wurde jedoch durch einen Vetternwirtschaft-Skandal um ihren Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier gebremst. Dieser ließ die Abschlusskundgebung des Wahlkampfs aus und reiste kurz vor der Wahl überraschend in die USA ab, was die Parteiführung verärgert zurückließ. Die Spannungen spitzten sich so sehr zu, dass die traditionelle Pressekonferenz nach der Wahl abgesagt wurde.
Trotz der Kontroverse spiegelt das Wachstum der AfD eine veränderte Motivation der Wähler wider. Zum ersten Mal geben nun 47 Prozent ihrer Unterstützer an, die Partei aus Überzeugung zu wählen – und übertreffen damit die 42 Prozent, die die AfD bisher aus Frust über andere Optionen gewählt hatten. Parteichef Tino Chrupalla bezeichnete das Ergebnis als "großen Erfolg", deutete aber an, dass interne Aufarbeitung folgen werde.
Die Kluft zwischen Stadt und Land bleibt bei der AfD deutlich sichtbar. In Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohnern lag die Unterstützung bei etwa 18 bis 19 Prozent, während sie in größeren Städten auf 12 Prozent sank. Dennoch festigen die Gewinne die Partei als wahrscheinlich stärkste Oppositionsfraktion im Landtag.
Das Rekordresultat der AfD in Baden-Württemberg unterstreicht ihren wachsenden Einfluss in Westdeutschland, auch wenn interne Konflikte die nächsten Schritte prägen könnten. Mit 23 Prozent der Stimmen verfügt die Partei nun über erhebliches Gewicht im Stuttgarter Parlament. Wie sie mit den Folgen des Vetternwirtschaft-Skandals umgeht und das Vertrauen der Wähler hält, wird ihre weitere Entwicklung bestimmen.