Antisemitische Parolen in Stuttgarter Innenstadt: Polizei sucht Zeugen nach Graffiti-Angriff
Joachim RoseAntisemitische Parolen in Stuttgarter Innenstadt: Polizei sucht Zeugen nach Graffiti-Angriff
Gebäude in Stuttgarter Innenstadt mit antisemitischen Parolen beschmiert
Ein Gebäude im Stuttgarter Stadtzentrum ist am Donnerstag mit antisemitischen Graffiti beschädigt worden. Der Vorfall ereignete sich in der Marienstraße, wo Unbekannte die Fassade eines Spielcasinos mit Parolen beschmierten. Die Polizei bittet nun Zeugen, sich zu melden.
Die Sachbeschädigung wurde am 12. Oktober 2023 kurz vor 13:00 Uhr entdeckt. Mit einem Marker waren israelfeindliche Sprüche an die Front des Gebäudes geschrieben worden. Die Behörden schätzen die Reparaturkosten auf etwa 150 Euro.
Die Kriminalpolizei Stuttgart hat die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer +49 711 89905778 zu melden. Der Fall reiht sich in eine aktuelle Zunahme politisch motivierter Graffiti in ganz Deutschland ein.
Seit den Hamas-Angriffen 2023 haben sich die Vorfälle mit extremistischen Symbolen gehäuft. Rechtsextreme Gruppen schmierten Hakenkreuze an Schulen in Baden-Württemberg. Gleichzeitig verharmlosten militante linke Gruppierungen wie die Stuttgarter Junge Kämpfer (JK) – eine Jugendorganisation mit Verbindungen zur türkischen MLKP – die Gewalt von Hamas und verbreiteten antisemitische Propaganda. Auch anonyme Täter, teilweise mit islamistischem Hintergrund, nutzten Hamas-Symbolik oder griffen Mahnmale in deutschen Städten an.
Die Schmierereien in der Marienstraße folgen einem Muster politisch motivierter Graffiti in der Region. Die Polizei ermittelt weiter und bittet um Mithilfe der Bevölkerung. Der Gebäudeeigentümer muss nun die Reparaturkosten tragen, während die Behörden ähnliche Fälle im Land beobachten.






