BAföG-Reform 2026: Bundesregierung verschiebt geplante Modernisierung der Studienförderung
Waldtraut TröstBAföG-Reform 2026: Bundesregierung verschiebt geplante Modernisierung der Studienförderung
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat bekannt gegeben, dass die geplante BAföG-Reform in Deutschland voraussichtlich nicht wie vorgesehen umgesetzt wird. Die für das Wintersemester 2026/27 anvisierte Neugestaltung stößt innerhalb der Regierungskoalition auf Widerstand, da im Rahmen umfassender Sparmaßnahmen Prioritäten neu gesetzt werden müssen. Bär räumte die Verschiebung ein, stellte sie jedoch als Teil einer notwendigen politischen Schwerpunktsetzung dar.
Die Reform sollte die staatliche Studienförderung modernisieren, doch Bär rechnet nicht mehr mit einer zügigen Umsetzung. Als Hauptgründe für die Verzögerung nannte sie Haushaltszwänge und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Finanzplanung. Gleichzeitig relativierte sie die Auswirkungen: Studierende in Deutschland profitierten bereits von gebührenfreier Bildung und staatlich finanzierten Hochschulen.
Zudem betonte Bär, dass Nebenjobs während des Studiums keine unzumutbare Belastung darstellten. Vielmehr sei es im aktuellen System vertretbar, von Studierenden zu erwarten, Arbeit und Studium zu vereinen.
Während die Zukunft der BAföG-Reform ungewiss bleibt, treibt das Ministerium die Digitalisierung voran: Auf dem Portal bafoeg-digital soll bald ein KI-Chatbot eingeführt werden, der Studierenden bei der Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen und der Antragstellung hilft. Das Tool verweist zudem auf den bestehenden BAföG-Rechner, der anonym und unverbindlich Förderhöhen schätzt.
Parallel dazu beschleunigt das Ministerium die Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. Die Reform zielt darauf ab, die Regeln für befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft zu verschärfen und damit die seit Langem kritisierte Unsicherheit für Forschende zu verringern.
Die weitere Entwicklung der BAföG-Reform bleibt vorerst offen, während die Haushaltsberatungen andauern. Die Einführung des KI-Chatbots und die Aktualisierung des Rechners werden jedoch wie geplant vorangetrieben, um Studierenden digitale Unterstützung bei Fragen zur Studienfinanzierung zu bieten. Unterdessen verlagert das Ministerium seinen Fokus auf die Verbesserung der Vertragsbedingungen für wissenschaftliches Personal.






