23 April 2026, 12:25

Bundesregierung plant Verbot von Online-Rezepten für medizinisches Cannabis

Plakat mit Text, der besagt, dass die Staaten jährlich über 3,6 Milliarden Dollar für die Durchsetzung von Marihuanagesetzen verschwenden, illustriert durch einen Mülltonnenberg mit Geldscheinen.

Bundesregierung plant Verbot von Online-Rezepten für medizinisches Cannabis

Die deutsche Bundesregierung arbeitet an einem Gesetzentwurf, der Online-Rezepte und den Versandhandel mit medizinischem Cannabis verbieten soll. Mit dem Vorhaben will man die Kontrollen verschärfen, Missbrauch verhindern und sicherstellen, dass Ärzte die volle Verantwortung für Therapieentscheidungen behalten. Mehr als 100.000 Patientinnen und Patienten sind derzeit auf das Medikament zur Linderung ihrer Beschwerden angewiesen, doch Sorgen über Abhängigkeit und unsachgemäße Verschreibungen haben eine Debatte ausgelöst.

Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Professor Dr. Hendrik Streeck, betont, dass es nicht um die Legalisierung gehe, sondern um medizinische Aufsicht und Patientensicherheit. Zwar erkennt er Cannabis als legitime Option zur Schmerzbehandlung an, warnt jedoch davor, dass manche Patienten zu leicht an Rezepte gelangen – manchmal sogar über schnelle Online-Fragebögen. Statt auf korrekte Dosierung und ärztliche Kontrollen werde teilweise nach Sorten wie Black Cherry Punch ausgewählt, was Bedenken hinsichtlich Missbrauchs schüre.

Streeck fordert strengere Regeln, darunter persönliche Arzttermine vor Telemedizin-Rezepten sowie verpflichtende Nachsorgeuntersuchungen. Zudem unterstützt er Modellprojekte für Freizeitcannabis mit kontrollierter Abgabe, Beratungsangeboten und klarer Dokumentation. Der Pharmakonzern Stada befürwortet das Verbot von Cannabis-Versandhandel und stellt sich damit hinter Vorschriften, die direkten Arzt-Patienten-Kontakt verlangen.

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Der Drogenbeauftragte verwies darauf, dass rund fünf Millionen erwachsene Deutsche Cannabis konsumieren – transparente und einheitliche politische Regelungen seien daher unverzichtbar. Ohne ausreichende Schutzmechanismen, so seine Warnung, drohe das System, Bequemlichkeit über medizinische Verantwortung zu stellen.

Das geplante Gesetz zielt darauf ab, den Patientenzugang mit strengeren Auflagen für medizinisches Cannabis in Einklang zu bringen. Ärzte sollen die Hoheit über Verschreibungen behalten, während die Einschränkungen beim Online-Verkauf Missbrauch eindämmen sollen. Der Fokus liegt vorerst auf strukturierten Behandlungsplänen und der Verringerung von Abhängigkeitsrisiken.

Quelle