Bundesweiter Apotheken-Protest: Streik für faire Löhne und gegen Reformen
Kazim HoffmannBundesweiter Apotheken-Protest: Streik für faire Löhne und gegen Reformen
Apotheken in ganz Deutschland beteiligten sich an bundesweiten Protesten
Am Montag legten Apotheken in ganz Deutschland im Rahmen eines landesweiten Protesttages die Arbeit nieder, um höhere Löhne zu fordern und gegen geplante Reformen zu demonstrieren. Während die meisten ihren Betrieb für den Tag einstellten, blieben Notdienste geöffnet. In Pforzheim hielt die Christoph-Apotheke aufgrund ihrer Notdienstverpflichtung zwar geöffnet – schloss sich aber dennoch solidarisch den Protesten an.
Organisiert wurde die Aktion vom Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV). Christian Kraus, Vorsitzender der Pforzheimer Regionalgruppe, rief die Apothekenteams auf, sich vor der Christoph-Apotheke zu versammeln. Er bat die Mitarbeiter, in ihren Arbeitskitteln zu erscheinen und Schilder hochzuhalten, um Geschlossenheit zu zeigen. Kraus räumte ein, dass es schwierig gewesen sei, fast alle Apotheken zum Schließen zu bewegen – doch die Resonanz sei schließlich überwältigend ausgefallen.
Andreas Plommer, Inhaber der Christoph-Apotheke, hatte sich ursprünglich für einen vollständigen Streik auch der Notdienstapotheken ausgesprochen, um den Druck auf höhere Löhne zu erhöhen. Stattdessen passte sein Team die Personaleinsatzplanung an: Fünf Mitarbeiter am Vormittag, vier am Nachmittag – genug, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, während man gleichzeitig die Proteste unterstützte. Plommer kritisierte, dass die 2013 eingeführte Lohnerhöhung von 25 Cent nach zwei Jahrzehnten ohne angemessene Gebührenanpassungen praktisch wertlos sei.
Umliegende Apotheken solidarisierten sich mit der Christoph-Apotheke und beteiligten sich an den Kundgebungen. Kraus betonte die Bedeutung der Sichtbarkeit: Die Öffentlichkeit solle die Forderungen der Branche verstehen – höhere Festgebühren und die Ablehnung von Reformvorhaben wie "Apotheken ohne Apotheker".
Die Proteste stießen auf breite Teilnahme; nur die Notdienste blieben geöffnet. Apothekeninhaber und Mitarbeiter wiesen auf die seit Langem bestehenden Lohnprobleme und den Widerstand gegen regulatorische Änderungen hin. Die Demonstration zeigte eine seltene Einheitlichkeit in der Branche – ob sie langfristig Wirkung entfaltet, bleibt jedoch abzuwarten.






