04 May 2026, 06:18

Bundesweiter Apotheker-Streik am 23. März: Warum das Personal jetzt die Geduld verliert

Ein Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Bundesweiter Apotheker-Streik am 23. März: Warum das Personal jetzt die Geduld verliert

Apotheker in ganz Deutschland bereiten sich auf einen bundesweiten Streiktag mit Kundgebungen am 23. März vor. Die Proteste zielen darauf ab, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Einer der Organisatoren, Dr. Christian Fehske, kritisiert offen die ausbleibenden Lohnerhöhungen für Apothekenmitarbeiter und bezeichnet dies als Hauptgrund für den anhaltenden Fachkräftemangel.

Dr. Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, hatte kürzlich beim GKV-Spitzenverband, dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen, die Erlaubnis beantragt, ein Foto als Protestplakat zu nutzen. Der Antrag wurde abgelehnt – und der Verband ging nicht einmal auf seine grundsätzlichen Bedenken ein. Stattdessen verwies man ihn an die Pressestelle, die lediglich Medienanfragen bearbeite, sodass seine Fragen unbeantwortet blieben.

In seiner Korrespondenz mit dem Verband hinterfragte Fehske, warum Lohnverhandlungen für AOK-Mitarbeiter – etwa eine vorgeschlagene Gehaltserhöhung von sieben Prozent – die Versicherten bis zu einer Viertelmilliarde Euro pro Jahr kosten könnten. Zudem forderte er einen Vergleich dieser Mittel mit den Pauschalzahlungen, die Apotheken erhalten. Seine Verärgerung wuchs, als der GKV-Spitzenverband sich weigerte, auf diese Punkte einzugehen.

Die Proteste richten sich nicht gegen politische Parteien wie die CDU oder Gesundheitsministerin Nina Warken. Vielmehr machen die Apotheker auf die eklatanten Einkommensunterschiede aufmerksam: So verdiene selbst ein Hausmeister bei der AOK Niedersachsen mehr als eine Pharmazeutisch-technische Assistentin mit 15 Jahren Berufserfahrung. Viele empfinden dies als ungerecht – besonders vor dem Hintergrund, dass Krankenkassen-Vorstände hohe Gehälter beziehen, während das Apothekenpersonal mit stagnierenden Löhnen kämpft.

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Bei den anstehenden Demonstrationen werden Apotheken ihre Türen schließen und sich an zentralen Orten versammeln. Die Organisatoren hoffen, mit der Aktion eine Debatte über fairere Bezahlung anzustoßen. Ohne Veränderungen, warnt die Branche, werde sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen.

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