23 March 2026, 18:26

Bußgeld aus Frankreich für ein Auto, das er nie besaß – wie Identitätsdiebstahl zuschlägt

Schwarze und weiße französische Zeitungsanzeige für die "Marie de Paris Liste Jury en Matiere Criminelle" vom 1871, die Text enthält.

Bußgeld aus Frankreich für ein Auto, das er nie besaß – wie Identitätsdiebstahl zuschlägt

Ein Mann aus Baden-Württemberg hat ein Bußgeldbescheid aus Frankreich für ein Auto erhalten, das er gar nicht besitzt. Die Vorwürfe: Rasen und eine unbezahlt gebliebene Mautgebühr. Der Fall wirft Fragen nach Identitätsdiebstahl auf. Experten warnen, dass das Ignorieren solcher Forderungen zu deutlich höheren Kosten führen kann – allein für unbezahlte Maut bis zu 375 Euro.

Herr S. war fassungslos, als er einen französischen Strafbescheid mit seinem Namen erhielt. Darin wurde ihm vorgeworfen, zu schnell gefahren zu sein, und es wurden 70 Euro für eine offene Mautgebühr gefordert – bei Nichtzahlung drohten zusätzliche 180 Euro. Da er Betrug vermutete, stellte er fest, dass seine Identität möglicherweise durch Phishing gestohlen und damit ein Fahrzeug auf seinen Namen angemeldet worden war.

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Das Projekt "Gerechtigkeit ohne Grenzen" rät Betroffenen, jeden Eintrag im Bescheid genau zu prüfen, bevor sie reagieren. Bei falschen Angaben solle man umgehend Widerspruch einlegen. Gleichzeitig wird davor gewarnt, die Schreiben einfach zu ignorieren: Unbezahlte Mautgebühren können in Frankreich auf bis zu 375 Euro anwachsen.

Seit 2023 hat die Initiative bereits 1.900 Anfragen bearbeitet und über 700 Rechtsberatungen vermittelt. Finanziert von europäischen und französischen Einrichtungen, mahnt sie zur Vorsicht beim Teilen persönlicher Dokumente. Kopien von Ausweispapieren sollten nur im absoluten Notfall digital versendet werden – und stets mit Wasserzeichen zum Schutz.

Herr S. handelte schnell: Er erstattete Anzeige bei der Polizei und sperrte über die Hotline 116 116 die Online-Funktion seines Personalausweises, um weiteren Missbrauch zu verhindern.

Der Fall zeigt, wie gefährlich Identitätsdiebstahl im Zusammenhang mit gefälschten Verkehrsstrafen sein kann. Betroffene sollten umgehend die Angaben prüfen, gegen falsche Vorwürfe Widerspruch einlegen und ihre persönlichen Daten sichern. Ohne Gegenwehr können selbst unbegründete Forderungen zu immer höheren finanziellen Belastungen führen.

Quelle