"Deutschland steuert auf die Wand zu": Tunnelbau-Pionier warnt vor Bürokratie-Kollaps
Niko Cichorius"Deutschland steuert auf die Wand zu": Tunnelbau-Pionier warnt vor Bürokratie-Kollaps
Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, hat drastische Warnungen zur Zukunft Deutschlands ausgesprochen. Das Land steuere „geradewegs auf die Wand zu“, wenn nicht grundlegende Reformen die Bürokratie und gesellschaftliche Einstellungen änderten. Seine Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der sein Unternehmen – weltweit führend im Bau von Tunnelbohrmaschinen – mit Verzögerungen bei inländischen Projekten kämpft.
Herrenknecht kritisierte die schleppende deutsche Bürokratie und verglich sie mit einem „Dornröschen-Schlaf“. Ein Logistikzentrum in Baden-Württemberg stecke seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest. Zum Vergleich: Ein ähnliches Projekt in Chennai, Indien, erhielt bereits nach nur drei Monaten die Genehmigung.
Der Unternehmenschef bezeichnete Deutschland zudem als eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“. Er argumentierte, dass der überbordende behördliche Aufwand ihn heute daran hindern würde, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Die Herrenknecht AG beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeiter und war an Schlüsselfprojekten wie dem Gotthard-Basistunnel und Stuttgart 21 beteiligt.
Trotz des globalen Erfolgs stößt das Unternehmen im Heimatmarkt auf Frust. Herrenknechts Aussagen spiegeln wachsende Bedenken wider, ob Deutschland in dynamischen Branchen mithalten kann. Die Warnungen folgen auf jahrelange Verzögerungen bei großen Infrastrukturvorhaben. Zwar bleibt sein Unternehmen Technologieführer im Tunnelbohrmaschinenbau, doch Herrenknecht besteht darauf, dass Deutschland die Bürokratie abbauen müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ohne Kurswechsel drohe dem Land der weitere Abstieg in den globalen Märkten.






