15 April 2026, 06:29

Eltern zahlen für Tablets: Wie Schulen die digitale Bildung selbst in die Hand nehmen

Kinder sitzen an Tischen und nutzen Tablets in einem Klassenzimmer mit Erwachsenen in der Nähe und Bildschirmen an der Wand.

Eltern zahlen für Tablets: Wie Schulen die digitale Bildung selbst in die Hand nehmen

Immer mehr Schulen in Deutschland setzen auf elternfinanzierte Tablet-Programme, um die digitale Bildung zu beschleunigen. Der Ansatz, der elterliche Beiträge mit Unterstützung der Schulbehörden kombiniert, hat in den letzten Jahren stark an Fahrt aufgenommen. Mittlerweile nutzen über 70 Schulen in mehr als 20 Landkreisen dieses Modell, um Schülerinnen und Schüler mit eigenen Geräten auszustatten.

Eingeführt wurde das Konzept Ende 2022 von der ACS Group. Es ermöglicht Eltern, Tablets für ihre Kinder zu finanzieren, während die Schulträger einen festen Betrag – in der Regel etwa 100 Euro pro Gerät – beisteuern. Diese geteilte Finanzierung entlastet die Familien und gibt den Schulen planbare Budgets.

Die Eltern können selbst entscheiden, welche Zubehörteile sie ergänzen möchten, und die Tablets werden sowohl für schulische als auch für private Zwecke genutzt. Sozial geregelte Zahlungsmodelle verhindern, dass einmalige Kosten zur Hürde werden. Zudem entfällt das oft langwierige öffentliche Vergabeverfahren, sodass Schulen die Geräte zügig einführen können.

Die 1:1-Ausstattung, bei der jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes Tablet erhält, fördert individualisiertes Lernen und moderne Unterrichtsmethoden. Um den administrativen Aufwand zu verringern, lagern viele Schulen das Gerätemanagement an externe Mobile-Device-Management-Systeme (MDM) aus. Diese übernehmen IT-Sicherheit und Jugendschutz, was die Lehrkräfte entlastet.

In den vergangenen fünf Jahren ist die Akzeptanz für elternfinanzierte Tablet-Klassen stark gestiegen. Mittlerweile basieren rund 80 Prozent der ausgestatteten Klassenzimmer auf diesem Modell. Dennoch bleibt Unsicherheit – nicht zuletzt wegen des Scheiterns der Ampelkoalition, das den Bundeshaushalt 2025 und die Mittel aus dem DigitalPakt 2.0 in Frage stellt.

Das kombinierte Finanzierungsmodell bietet Schulen planbare Stabilität und Flexibilität. Es verringert die Abhängigkeit von unberechenbaren staatlichen Zuschüssen und sichert den Zugang zu digitalen Lernmitteln. Mit bereits über 20 Schulträgern, die das Modell übernommen haben, dürfte seine Rolle bei der Digitalisierung der Bildung weiter wachsen.

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