Forderung nach einkommensabhängigen Modernisierungskosten für Mieter
Niko CichoriusForderung nach einkommensabhängigen Modernisierungskosten für Mieter
In Deutschland hat sich die Debatte über Mietpreiserhöhungen für energetische Sanierungen weiter zugespitzt. Derzeit werden die Modernisierungskosten von Vermietern gleichmäßig auf alle Mieter umgelegt – doch Kritiker halten dieses Vorgehen für ungerecht. Nun fordert der Präsident des Spitzenverbands der Wohnungswirtschaft dringende Reformen des Systems.
Axel Gedaschko, Chef des Haus & Grund Deutschland, setzt sich für eine Neuregelung der Umlage von Modernisierungskosten ein. Nach geltendem Recht können Vermieter die vollen Kosten für Maßnahmen wie klimafreundliche Heizsysteme pauschal auf die Mieter abwälzen. Gedaschko bezeichnete dies als „unsozial“ und verwies auf Fälle, in denen einkommensschwache Haushalte die gleichen Mieterhöhungen tragen müssen wie wohlhabendere Nachbarn.
Er schlägt ein gestaffeltes Modell vor, bei dem sich die Beteiligung an den Kosten am Einkommen orientiert. So würde etwa eine alleinerziehende Krankenschwester weniger zahlen als ein Doppelverdiener-Haushalt für dieselbe Sanierung. Gedaschko drängt die Ampelkoalition zum raschen Handeln und warnt, dass weitere Verzögerungen die Ungleichheit bei den Wohnkosten verschärfen könnten.
Bisher erlaubt das System Vermietern, die Modernisierungskosten gleichmäßig auf alle Mieter zu verteilen. Eine Umstellung auf einkommensabhängige Beiträge würde die Berechnung von Mieterhöhungen grundlegend ändern. Der Vorschlag liegt nun bei den politischen Entscheidungsträgern zur Prüfung.






