09 May 2026, 04:16

Frauen dominieren Apotheken – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst

Drei Frauen in einer Apotheke, die miteinander sprechen, umgeben von Regalen mit Flaschen und Schachteln, mit Kartons und einer Wand im Hintergrund.

Frauen dominieren Apotheken – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst

Frauen stellen fast 90 Prozent der Apothekenbelegschaft in Deutschland – doch sie kämpfen weiterhin mit großen Herausforderungen

Zum Internationalen Frauentag hat Adexa, der Verband der Apothekenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, eine bessere Würdigung der Leistungen von Frauen in der Branche sowie dringende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen gefordert. Gleichzeitig macht die Organisation auf anhaltende strukturelle Diskriminierung aufmerksam, die sich auf Karrierechancen und Bezahlung auswirkt.

Laut aktuellen Zahlen arbeiteten 2024 rund 162.000 Menschen in deutschen Apotheken – 89,2 Prozent davon waren Frauen, die auf allen Ebenen dominieren. Unter den approbierten Apothekerinnen und Apothekern sind 74,1 Prozent weiblich, bei Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) steigt der Anteil auf 96,6 Prozent, und unter Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) liegt er sogar bei 97,5 Prozent.

Adexa betont, dass Frauen das Rückgrat der öffentlichen Apotheken bilden: Sie garantieren täglich fachkundige Beratung und eine zuverlässige Arzneimittelversorgung für Patientinnen und Patienten. Dennoch bleibt die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern in Deutschland bei 16 Prozent – Frauen verdienen im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer bei vergleichbarer Arbeit.

Darüber hinaus weist der Verband auf die ungleiche Verteilung der Care-Arbeit hin: Frauen übernehmen etwa zwei Drittel der Kinderbetreuung, verbringen mehr Zeit mit Haushaltsaufgaben und tragen den Großteil der Pflege Verantwortung für ältere Angehörige. Diese Mehrfachbelastung schränkt häufig ihre berufliche Entwicklung und finanzielle Absicherung ein.

Als Lösungsansätze schlägt Adexa flexiblere Arbeitszeitmodelle und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben vor. Tanja Kratt, Mitglied im Bundesvorstand, fordert, dass eine echte Anerkennung der Leistungen von Frauen auch die Bekämpfung systemischer Benachteiligung in der Branche einschließen muss.

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Die Forderungen von Adexa sind Teil einer breiteren Initiative für mehr Gerechtigkeit in Apotheken. Der Verband verlangt konkrete Maßnahmen, um die Lohnlücke zu schließen und Karrierehindernisse für Frauen abzubauen. Ohne strukturelle Reformen, warnt die Organisation, werde die Ungleichheit trotz des überwältigenden Frauenanteils in der Branche weiter bestehen.

Quelle