Grüne verteidigen knapp die Führung in Baden-Württemberg – Özdemir will Koalition mit CDU
Waldtraut TröstÖzdemir setzt auf weitere 'Koalition auf Augenhöhe' mit der CDU - Grüne verteidigen knapp die Führung in Baden-Württemberg – Özdemir will Koalition mit CDU
Die Grünen haben bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 knapp ihre Position als stärkste Kraft verteidigt. Mit nur 0,5 Prozentpunkten Vorsprung vor der CDU strebt Spitzenkandidat Cem Özdemir nun eine Fortsetzung der Koalition zwischen beiden Parteien an. Seine Prioritäten liegen auf Stabilität, wirtschaftlichem Wachstum und Klimapolitik, während die neue Regierung Form annimmt.
Die Wahl am 8. März brachte ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Die Grünen erreichten 30,2 Prozent der Stimmen (56 Sitze), die CDU folgte dichtauf mit 29,7 Prozent (ebenfalls 56 Sitze). Die AfD kam auf 18,8 Prozent (35 Sitze), während die SPD mit 5,5 Prozent (10 Sitze) deutlich zurücklag. Dies stellt eine Verschiebung im Vergleich zu 2021 dar, als die Grünen 58 Sitze hielten und die CDU 42. Gemeinsam verfügen Grünen und CDU nun über 112 der 157 Mandate – ihre Koalition erscheint damit als naheliegendste Option, zumal die AfD von Sondierungsgesprächen ausgeschlossen bleibt.
Özdemir hat deutlich gemacht, dass er von der Mitte aus regieren will, statt sich strikt an Parteilinien zu halten. Er würdigte zwar die vergangene Dekade unter der Führung Winfried Kretschmanns, wies aber den Vorwurf zurück, sein Erfolg beruhe auf einem Bruch mit der eigenen Partei. Stattdessen betonte er die Notwendigkeit verlässlicher Regierungsführung und präsentierte Klimaschutz als Motor für wirtschaftlichen Fortschritt – grüne Technologien könnten demnach Wachstum antreiben.
Sein Ziel ist es, die Koalition auf Augenhöhe mit der CDU zu führen. Beide Seiten stehen nun vor Verhandlungen, um eine Regierung zu bilden, die Umweltpolitik mit wirtschaftlicher Stabilität in Einklang bringt.
Die Wahl bestätigt die Grünen und die CDU als dominierende Kräfte im baden-württembergischen Landtag. Ihre gemeinsame Mehrheit ebnet den Weg für eine erneute Koalition, wobei Özdemir eine Politik vorantreibt, die Klimaschutz mit wirtschaftlichen Chancen verknüpft. Das Ergebnis wird entscheiden, wie der Südwesten in den kommenden Jahren grüne Prioritäten mit den Anforderungen einer breiten Regierungsverantwortung vereint.