Hamburger Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen in der U-Bahn zu Geldstrafe
Kazim HoffmannHamburger Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen in der U-Bahn zu Geldstrafe
Ein Hamburger Gericht hat einen Mann wegen homophober Beleidigungen und Bedrohungen nach einem Vorfall in der U-Bahn der Stadt verurteilt. Michael W. wurde zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt, die er in 150 Tagessätzen abbezahlen muss. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Welle von queerenfeindlichen Hassverbrechen in ganz Deutschland.
Der Vorfall begann, als Michael W. abfällige Kommentare über die Lackschuhe von Tibor P. machte. Er räumte die Äußerungen ein, bestritt jedoch den Vorwurf der Körperverletzung – obwohl Zeugen aussagten, er habe einen Passanten, der einschritt, aggressiv bedrängt. Tibor P. beschrieb, sich während der Konfrontation überfordert, gedemütigt und verängstigt gefühlt zu haben.
Die Richterin betonte, dass die Beleidigung gezielt Tibor P.s sexuelle Orientierung traf, und erklärte: "Das ist etwas, das wir in unserer Gesellschaft nicht dulden." Gleichzeitig lobte sie den mutigen Einsatz des Passanten und Tibor P.s, die sich der Hetze entgegensetzten. Tibor P., der etwa einmal pro Woche homophobe Beschimpfungen erlebt, nahm Michael W.s Entschuldigung an, äußerte jedoch die Hoffnung, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen.
Michael W. muss die 1.200 Euro in kleinen täglichen Raten zahlen. Das Urteil fällt in eine Zeit, in der queerenfeindliche Hasskriminalität bundesweit weiter zunimmt. Die Entscheidung des Gerichts unterstreicht, dass verbale Angriffe aufgrund der sexuellen Orientierung nicht toleriert werden.






