30 April 2026, 00:34

Handwerksverband ZDK reformiert Struktur und schwächt Einfluss des ZVK

Mercedes-Benz A-Klasse Limousine mit glänzender schwarzer Lackierung, Chromakzenten und Aluminiumrädern auf der IAA in Frankfurt umgeben von Menschen.

Handwerksverband ZDK reformiert Struktur und schwächt Einfluss des ZVK

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDK) hat umfassende Reformen seiner Struktur und Mitgliedschaftsregeln auf den Weg gebracht. Die Änderungen folgen auf monatelange Spannungen mit dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZVK). Mit der Neuordnung sollen mehr Transparenz geschaffen und den Betrieben eine stärkere direkte Mitsprache in Entscheidungsprozessen eingeräumt werden.

Das neue System führt zudem eine pauschale Jahresgebühr für organisierte Werkstätten ein und reduziert den Einfluss des ZVK in den Gremien. Die im Januar 2023 beschlossenen Reformen markieren einen deutlichen Bruch mit früheren Praktiken. Eine zentrale Neuerung beendet die langjährige Praxis der gemeinsamen Personalunion zwischen ZDK und ZVK in Führungspositionen. Nach den neuen Regeln ist nur noch ein Sitz im Vorstand für die Handwerksführung reserviert – anstelle der bisher garantierten Mandate des ZVK.

Personalentscheidungen werden künftig demokratisch über die Mitgliederversammlung getroffen und nicht mehr durch Vorabsprachen. Zudem hat der ZDK eine feste Jahresgebühr von 100 Euro pro organisierter Werkstatt festgelegt, die direkt an die Bonner Zentrale zu entrichten ist. Damit sollen organisatorische Zersplitterung verhindert und die Finanzströme zentralisiert werden.

Die Konflikte zwischen den beiden Verbänden eskalierten im Oktober 2025, als der ZVK Anspruch auf 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge erhob – eine Forderung, die der ZDK später gerichtlich anfocht. Zwar hat der Streit um die Abgasuntersuchungsgebühren (AÜK) inzwischen viel von seiner rechtlichen Brisanz verloren, doch die Nachwirkungen zwangen den ZDK zu einem Umdenken.

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Um Bedenken in betroffenen Regionen zu begegnen, will der ZDK seine Kommunikationsbemühungen ausbauen. Die Werkstätten sollen künftig klarer über Gründe und mögliche Folgen eines Austritts aus dem Verband informiert werden. Zudem schafft die Organisation neue, direkte Wege für Betriebe, um der Zentrale beizutreten – ohne Umweg über Zwischeninstanzen.

Die Reformen verlagern die Kontrolle vom ZVK hin zur Mitgliederbasis des ZDK. Die Werkstätten zahlen ihre Beiträge nun direkt nach Bonn, und Führungspositionen werden durch demokratische Abstimmungen besetzt. Die Änderungen spiegeln das Bestreben des ZDK nach größerer Unabhängigkeit und einer schlankeren Organisationsstruktur wider.

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