30 April 2026, 04:21

Hohentengen baut eigenes Glasfasernetz – ohne staatliche Millionenhilfe

Nahaufnahme eines Glasfaserkabels mit blauen und weißen Lichtern vor schwarzem Hintergrund

Hohentengen baut eigenes Glasfasernetz – ohne staatliche Millionenhilfe

Ein kleines Städtchen in Baden-Württemberg baut eigenes Hochgeschwindigkeitsnetz – nach Ablehnung staatlicher Fördergelder

Hohentengen am Hochrhein hat nach jahrelanger Planung und mit eigenem Engagement ein Glasfasernetz aufgebaut, das Anwohnern Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde bietet. Die Gemeinde entschied sich für den selbstständigen Weg, nachdem sie über eineinhalb Jahre auf die Freigabe von 2,25 Millionen Euro staatlicher Fördermittel gewartet hatte. Stattdessen investierten die lokalen Verantwortlichen fast drei Millionen Euro – davon 465.000 Euro Eigenkapital und den Rest über Kredite. Auf nur 90 Kilometern Land verlegten sie über 10.000 Kilometer Glasfaserkabel.

Um Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, hoben die Bauteams schmale Gräben aus – nur 15 Zentimeter breit und 40 Zentimeter tief. Betrieben wird das Netz von der kommunalen Telekommunikationsgesellschaft MOKO und ihrem Partner, der MKTH GmbH. Eine speziell entwickelte Kunststoffbox, die MOKO-Box, hält die Verteilungstechnik übersichtlich und effizient organisiert.

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Die Einwohner zahlen nun 69 Euro im Monat für Internet, Telefon und Fernsehen – alles im Paket mit dem Hochgeschwindigkeitsanschluss. Beeindruckende 96 Prozent der Haushalte haben den Dienst bereits abonniert. Bürgermeister Martin Benz ruft andere ländliche Gemeinden dazu auf, es Hohentengen gleichzutun, statt auf externe Hilfe zu warten.

Das selbstfinanzierte Netz der Gemeinde ist schneller als viele städtische Angebote. Mit einer Anschlussquote von nahezu 100 Prozent hat sich das Projekt als praxistauglich und beliebt erwiesen. Hohentengens Vorbild zeigt, wie lokale Eigeninitiative Verzögerungen bei staatlich geförderten Infrastrukturprojekten überwinden kann.

Quelle