ifo-Chef Fuest warnt vor tiefer Wirtschaftskrise und fordert Reformen von Merz
Kazim Hoffmannifo-Chef Fuest warnt vor tiefer Wirtschaftskrise und fordert Reformen von Merz
Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, hat vor einer tiefen Wirtschaftskrise in Deutschland gewarnt. Die aktuelle Lage des Landes bezeichnete er als einen „Crashkurs“ mit den öffentlichen Finanzen und forderte die Regierung zu sofortigem Handeln auf. Trotz eines leichten Anstiegs der Geschäftserwartungen bleibt Fuest zufolge die Aussicht düster.
Die deutsche Wirtschaftsleistung stagniert auf dem Niveau von 2019 – seit sieben Jahren gibt es kein Wachstum. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Mai zwar leicht von 84,5 auf 84,9 Punkte, doch Fuest wies dies als trügerisch zurück. Die minimale Verbesserung spiegle nicht die Schwere der Krise wider, betonte er.
Fuest kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz scharf, weil dieser nach einem Jahr im Amt keine versprochene Wachstumsstrategie vorgelegt habe. Den kommenden Sommer sieht er als letzte Chance für die Regierung, wirksame Reformen auf den Weg zu bringen. Ohne Kurskorrektur drohe Deutschland, Italiens Schicksal zu folgen – mit anhaltenden Schwierigkeiten nach einem ähnlichen wirtschaftlichen Schock.
Die Lage hat auch international Aufmerksamkeit erregt. Das britische Thinktank Centre for European Reform bezeichnete Deutschland kürzlich als „Epizentrum des zweiten China-Schocks“. Fuest teilte die Sorgen über den industriellen Niedergang und verwies darauf, dass selbst die mögliche Produktion chinesisch entwickelter Elektroautos durch Volkswagen in Deutschland nur ein kleiner Trost sei. Seiner Meinung nach solle das Land schon froh sein, wenn überhaupt noch Produktion im Land bleibe.
Fuests Warnungen unterstreichen eine lange Phase der Stagnation und verpasster Chancen. Die nächsten Schritte der Regierung werden entscheiden, ob Deutschland einen weiteren Abstieg verhindern kann. Ohne dringende Reformen droht sich die wirtschaftliche Lage weiter zu verschlechtern.






