"Kein Körper passt": Wie Kims genderfluide Geschichte die Berliner Bühne erobert
Joachim Rose"Kein Körper passt": Wie Kims genderfluide Geschichte die Berliner Bühne erobert
Die Bühnenadaption von Kein Körper passt feiert ausverkaufte Premiere in Berlin
Die Theaterfassung von Kim de l'Horizons preisgekröntem Debütroman Kein Körper passt hat am Vaganten Bühne in Charlottenburg eine ausverkaufte Premiere gefeiert. Die 90-minütige Inszenierung bringt eine zutiefst persönliche Geschichte über genderfluide Identität, Selbstakzeptanz und die Last transgenerationaler Traumata auf die Bühne.
Der Roman begleitet Kim, eine Protagonist:in, die mit dem Druck kämpft, sich zwischen Mann und Frau entscheiden zu müssen. Ihre Reise entfaltet sich vor dem Hintergrund ihrer mütterlichen Ahnenreihe, die Traumata bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgt. Ein Ort des Trostes für Kim ist unter einer Blutbuche, die ihr Urgroßvater gepflanzt hat – ein Symbol der Verwurzelung in einer sich wandelnden Welt.
Auf der Bühne wird die Geschichte von nur drei Schauspieler:innen getragen: Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger. Die Inszenierung besticht durch markante visuelle Elemente, darunter zerrissene, beige Strumpfhosen, die von der Decke hängen, mit Sand gefüllt und mit Kugeln beschwert sind. Diese Elemente spiegeln die schonungslose Auseinandersetzung des Romans mit Identität und vererbtem Schmerz wider.
Kein Körper passt sorgte 2022 für Furore, als das Werk sowohl mit dem Deutschen Buchpreis als auch dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde. Nun setzt die Bühnenadaption das Schweigen über genderfluide Identitäten und die Narben intergenerationaler Traumata weiter auf die Agenda.
Die Premiere markiert einen mutigen Schritt, de l'Horizons bahnbrechendes Werk einem Live-Publikum näherzubringen. Mit einem intimen Ensemble und einer kraftvollen Inszenierung stellt das Stück Fragen nach Zugehörigkeit und Geschichte. Die ausverkaufte Vorstellung deutet auf ein großes öffentliches Interesse an Geschichten hin, die traditionelle Erzählungen von Geschlecht und Familie herausfordern.






