02 May 2026, 10:21

Krebsdiagnose und Kosmetikmarke: Warum Lercheks Eyya Skin die Gemüter spaltet

Buntes Plakat für das Nationale Krebsinstitut mit blauem Hintergrund, fetter weißer Schrift und kreisförmiger Anordnung von lächelnden Bildern diverser Menschen um den Text.

Krebsdiagnose und Kosmetikmarke: Warum Lercheks Eyya Skin die Gemüter spaltet

Die Bloggerin Valeria Tschekalina, im Netz besser bekannt als Lerchek, hat während ihrer Behandlung im Spätstadium einer Krebserkrankung ihre eigene Kosmetikmarke Eyya Skin auf den Markt gebracht. Der Schritt sorgt unter ihren Followern für kontroverse Diskussionen: Einige bewundern ihren Durchhaltewillen, andere hinterfragen ihre Beweggründe.

Der Produzent Gera Iwatschenko brachte sich kürzlich in die Debatte ein und verglich Tschekalinas öffentliche Strategie mit der der Kardashians – ein Vorgehen, das über die in Russland üblichen Gepflogenheiten hinausgehe. Tschekalina hatte Anfang dieses Jahres ihre Diagnose mit Krebs im Stadium 4 bekannt gegeben. Seither teilt sie in Videos, die ihre Marke Eyya Skin bewerben, persönliche Kämpfe und verbindet emotionale Offenheit mit werblichen Botschaften. Während einige Unterstützer ihre Stärke bewundern, werfen andere ihr vor, in manchen Clips „etwas zu sehr auf Mitleid zu setzen“ – was Fragen nach einer möglichen Instrumentalisierung aufwirft.

Ihr Umgang mit der Situation fällt besonders auf, weil er sich von russischen kulturellen Erwartungen abhebt. Iwatschenko wies darauf hin, dass sich die meisten Menschen in ähnlichen Lagen eher aus der Öffentlichkeit zurückzögen, statt eine so präsente Rolle einzunehmen. Zugleich könnte ihre schonungslose Ehrlichkeit – so mutig sie auch sei – bei manchen Zuschauern auf Unbehagen stoßen, da solche Offenheit im russischen Medienraum noch immer Neuland ist.

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Doch nicht nur ihr Gesundheitskampf steht im Fokus: Auch Tschekalinas Privatleben wird genau beobachtet. Ihr Ex-Mann, Artem Tschekalin, wurde 2022 wegen Devisenbetrugs zu sieben Jahren in einer Moskauer Strafkolonie verurteilt. Iwatschenko mutmaßte, dass ihr öffentliches Image und die Marke ihr helfen könnten, die finanzielle Zukunft ihrer Kinder abzusichern.

Die Einführung von Eyya Skin hat die Spaltung unter ihren Followern weiter vertieft. Die einen sehen darin einen inspirierenden Akt des Widerstands gegen die Krankheit, die anderen werfen ihr vor, ihre Diagnose für Publicity und Profit auszunutzen. Iwatschenko hingegen deutete ihre Strategie als kalkulierten globalen PR-Schachzug – vergleichbar mit den Markenstrategien westlicher Prominenter.

Tschekalinas Mischung aus Verletzlichkeit und kommerziellem Ehrgeiz bleibt polarisierend. Eyya Skin sorgt weiterhin für Gesprächsstoff, wobei die Diskussionen sich vor allem daran entzünden, wo persönliche Erzählungen aufhören und Marketing beginnt. Ihre nächsten Schritte – sowohl im Geschäft als auch gesundheitlich – werden sie voraussichtlich weiter im Rampenlicht halten.

Quelle