Netze BW testet intelligente Ladelösungen für große E-Lkw-Flotten im Feldversuch
Joachim RoseNetze BW testet intelligente Ladelösungen für große E-Lkw-Flotten im Feldversuch
Netze BW startet Innovationsprojekt zur Integration großer E-Lkw-Flotten in das lokale Stromnetz
Unter dem Namen FlexCharge BW – NETZlabor E-Lkw hat Netze BW ein Pilotprojekt gestartet, das die Einbindung großer Elektro-Lkw-Flotten in das regionale Verteilernetz erprobt. Im Rahmen des Feldversuchs arbeiten Logistikunternehmen in Baden-Württemberg mit, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Ziel ist es, Hochleistungs-Ladeinfrastruktur schneller anzubinden – ohne auf den vollständigen Ausbau der Netze warten zu müssen.
An dem Projekt beteiligen sich zwei Logistikpartner: die Stickel Transport GmbH und Logistik Schmitt. Zusammen betreiben sie rund 60 batterieelektrische Lkw und nutzen während der Testphase 20 Schnellladestationen. Die Erprobung läuft bis Dezember 2026.
Stickel Transport setzt auf netzdienliches Laden in Kombination mit dynamischen Stromtarifen. Das Unternehmen verfügt derzeit über zehn E-Lkw und hat ein stationäres Batteriespeichersystem installiert, um die Nachfrage zu steuern. Logistik Schmitt hingegen erprobt die abgestimmte Ladesteuerung über mehrere Standorte hinweg und betreibt etwa 50 Elektro-Lkw.
Für beide Unternehmen werden flexible Ladepläne entwickelt, die auf Echtzeit-Netzdaten von Netze BW basieren. Zudem wird untersucht, wie Logistikbetriebe ihre Abläufe an die lokalen Netzkapazitäten anpassen können, um Spitzenlasten zu reduzieren. Wie Projektleiterin Kathrin Walz erklärt, soll der Versuch Wege aufzeigen, um Netzanschlüsse für großflächige Ladebedarfe zu beschleunigen.
Martin Konermann, technischer Geschäftsführer von Netze BW, betont, dass die Nutzung temporär verfügbarer Netzkapazitäten eine schnellere Alternative zum Neubau von Infrastruktur darstellt. Das Vorhaben zielt darauf ab, Energiebedarf und -angebot in Einklang zu bringen und so die Integration gewerblicher E-Fahrzeuge zu erleichtern.
Das FlexCharge-BW-Projekt läuft über zwei Jahre und umfasst 40 Elektro-Lkw sowie 20 Schnellladepunkte. Die Ergebnisse könnten Logistikunternehmen den Umstieg auf saubere Flotten erleichtern und gleichzeitig die Belastung der Stromnetze verringern. Netze BW plant, die Erkenntnisse für skalierbare Lösungen bei der künftigen Einführung von E-Lkw zu nutzen.






