06 May 2026, 04:49

Nitrendipin-Mangel trifft Blutdruckpatienten: Keine Besserung in Sicht bis 2024

Liniengraph, der die Anzahl der Todesfälle durch Benzodiazepine in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Nitrendipin-Mangel trifft Blutdruckpatienten: Keine Besserung in Sicht bis 2024

Patienten, die auf Nitrendipin angewiesen sind – ein gängiges Blutdruckmedikament –, leiden seit dem letzten Sommer unter Lieferengpässen. Mittlerweile ist das Problem auf alle Hersteller übergegriffen, sodass sowohl die 10-mg- als auch die 20-mg-Dosierungen nicht verfügbar sind. Die deutsche Arzneimittelbehörde hat den Mangel offiziell in die Liste der aktuellen Versorgungsprobleme im Land aufgenommen.

Nitrendipin gehört zur Gruppe der Kalziumkanalblocker, auch Kalziumantagonisten genannt. Diese Medikamente wirken, indem sie den Kalziumeinstrom in die Zellen hemmen, was die Entspannung der Arterien fördert und den Blutdruck reguliert. Der Wirkstoff zählt zur Untergruppe der Nifedipin-ähnlichen Kalziumkanalblocker, einer von drei Hauptkategorien dieser Arzneimittelklasse.

Die Engpässe begannen Mitte 2023 und betrafen mehrere Marken. Der Hersteller Aristo meldete Produktionsprobleme bei seiner 20-mg-Variante und warnte, dass die Lieferungen mindestens bis Ende 2023 eingeschränkt bleiben würden. Andere Unternehmen wie Ratiopharm und Aliud Pharma rechnen damit, die Auslieferung der 20-mg-Dosis bis Ende März wiederaufnehmen zu können. Der Hersteller AbZ plant, die Lieferungen bis Ende Mai zu normalisieren.

Kalziumkanalblocker wie Nitrendipin müssen mit Vorsicht angewendet werden. Sie sind nicht für Patienten mit Herzinsuffizienz oder solche geeignet, die sich von einem kürzlichen Herzinfarkt erholen. Im Gegensatz zu einigen ähnlichen Wirkstoffen muss Nitrendipin stets nach den Mahlzeiten eingenommen werden, während andere – wie Lercanidipin – vor dem Essen und Amlodipin unabhängig von den Mahlzeiten konsumiert werden können.

Die Knappheit ist Teil eines größeren Problems, das ältere Medikamente betrifft. Lieferengpässe gibt es in mehreren Wirkstoffklassen, was Ärzte und Patienten gleichermaßen vor die Herausforderung stellt, Alternativen zu finden.

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In den kommenden Monaten könnte sich die Lage etwas entspannen, da die Hersteller schrittweise die Produktion wieder hochfahren. Ratiopharm und Aliud Pharma wollen die Lieferungen der 20-mg-Dosis bis Ende März wieder aufnehmen, während AbZ dies bis Ende Mai schaffen will. Bei Aristo hingegen werden die Versorgungsprobleme voraussichtlich bis mindestens Dezember 2023 anhalten, was für viele Patienten die Mangelsituation verlängert.

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