NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT gegen digitale Bedrohungen und politische Kriminalität
Kazim HoffmannNRW-Polizei rüstet sich mit OSINT gegen digitale Bedrohungen und politische Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei stärkt ihre Fähigkeiten im digitalen Aufklärungsbereich
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine groß angelegte Offensive gestartet, um ihre Kompetenzen im Bereich der Open-Source-Intelligenz (OSINT) auszubauen. Dabei geht es um die systematische Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Daten – vor allem aus sozialen Medien. Ein neues Schulungsprogramm und erweiterte Teams unterstützen nun Beamte im gesamten Bundesland.
Den Auftakt bildete im September 2023 das Projekt „Digitale Streife“. Im Rahmen der Initiative wurde die OSINT-Einheit des Landeskriminalamts (LKA) um zehn Mitarbeiter verstärkt, zusätzlich wurden fast 100 weitere Beamte in sechs spezialisierten Staatsschutzeinheiten eingebunden. Diese Teams liefern bei dringenden Einsätzen – etwa im Zusammenhang mit schnell eskalierenden politischen Ereignissen – zügige Rechercheergebnisse.
Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Regierungsausbilder, leitet die Schulungsmaßnahmen. Von der Landesakademie für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss aus bereitet er sowohl neue LKA-Anwärter als auch Beamte der Digitalen Streifen auf ihre Aufgaben vor. Sein Online-Programm vermittelt ein standardisiertes Grundlagenwissen für verschiedene OSINT-Anwendungen.
Am LKA in Düsseldorf führt Fabian Coenen die Abteilung 22.2, die sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität spezialisiert hat. Das Team ist von einst zwei Mitarbeitern auf 16 Fachleute angewachsen – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Ihre Arbeit unterstützt Ermittlungen, indem sie öffentlich verfügbare digitale Spuren analysieren und auswerten.
Die Ausweitung der Kapazitäten markiert einen bedeutenden Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Bedrohungen. Durch strukturierte Schulungen und größere Teams verfügen die Beamten nun über bessere Instrumente, um neue Risiken frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Das Programm soll sicherstellen, dass die Strafverfolgungsbehörden in einer zunehmend digitalisierten Welt handlungsfähig bleiben.






