ORF-Special "We Are Eurovision" scheitert mit kühner Inszenierung und peinlichen Momenten
Joachim RoseORF-Special "We Are Eurovision" scheitert mit kühner Inszenierung und peinlichen Momenten
„We Are Eurovision“: Der ungewöhnliche ORF-Special zum Song Contest scheitert mit kühner Inszenierung
Die Eurovision-Sondersendung des ORF, „We Are Eurovision“, wählte einen ungewöhnlichen Ansatz, um die Geschichte des Wettbewerbs zu feiern. Statt nostalgischer Rückblicke setzte die Show auf einen frischen, ungeschönten Blick auf vergangene Auftritte. Doch der mutige Auftakt verfehlte seine Wirkung – und erhielt von den Zuschauern glatt null Punkte.
Moderatorin Barbara Schöneberger eröffnete die Sendung mit einer Reihe peinlicher Momente. In einem grotesk sitzenden Filzbart verkleidet, improvisierte sie als Wurstwaren-Ersatz und sang dabei „Rise Like a Phoenix“. Die bizarre Idee hinterließ beim Publikum eher Ratlosigkeit als Unterhaltung.
Später unterlief Schöneberger ein faktischer Patzer, als sie Österreichs Eurovision-Sieg von 1966 allein dem Land zuschrieb. Tatsächlich wird der Triumph in vielen Darstellungen mit Deutschland in Verbindung gebracht oder gar Polen zugerechnet.
Erst als Lizzi Engstler die Bühne betrat, änderte sich der Ton der Sendung. Ihr spielerischer Einsatz des Begriffs „urcool“ brachte eine beschwingte Leichtigkeit in die Übertragung. Doch trotz solcher Lichtblicke hatte „We Are Eurovision“ Mühe, die Zuschauer zu fesseln. Die Einschaltquoten lagen im Schnitt bei nur 216.000 – ein mageres Ergebnis für eine Prime-Time-Sondersendung.
Der Versuch, mit Traditionen zu brechen, ging vor allem im Eröffnungsteil nach hinten los. Zwar sorgten Momente wie Engstlers Auftritt für Aufhellung, doch die Gesamtresonanz blieb verhalten. Der ungewöhnliche Stil der Show traf nicht so nachhaltig ins Schwarze, wie erhofft.






