Preisdeckel für Medikamente bleibt bis 2026 – mit wichtigen Ausnahmen für kritische Arzneimittel
Niko CichoriusPreisdeckel für Medikamente bleibt bis 2026 – mit wichtigen Ausnahmen für kritische Arzneimittel
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat die Preisdeckelung und die verpflichtenden Rabatte für verschreibungspflichtige Arzneimittel bis 2026 verlängert. Mit der Entscheidung sollen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) begrenzt und gleichzeitig die Verfügbarkeit lebenswichtiger Medikamente sichergestellt werden. Allerdings wurden Anpassungen vorgenommen, um Lieferengpässen und steigenden Kosten für Pharmaunternehmen entgegenzuwirken.
Die Preisdeckelung gilt für alle verschreibungspflichtigen Medikamente, die von der Krankenversicherung erstattet werden. Dazu gehören auch die verpflichtenden Herstellerrabatte – Maßnahmen, die der GKV allein im Jahr 2024 Einsparungen in Höhe von 2,19 Milliarden Euro brachten. Das BMG nannte diese finanzielle Entlastung als zentralen Grund für die Beibehaltung der Regelung.
Um Engpässe zu vermeiden, gibt es jedoch Ausnahmen: Das Gesetz zur Vermeidung von Versorgungsengpässen und zur Verbesserung der Arzneimittelversorgung (ALVVG) erlaubt eine Preiserhöhung von bis zu 50 Prozent bei Kinderarzneimitteln und versorgungskritischen Medikamenten. Zudem wurde die Preisdeckelung für Immunglobuline gelockert, um die Verfügbarkeit zu verbessern.
Pharmaunternehmen, die unter übermäßiger finanzieller Belastung leiden, können Befreiungen von den gesetzlichen Rabattpflichten beantragen. Ein Inflationsausgleichsmechanismus soll zusätzlich Entlastung bringen: 2025 sind 170 Millionen Euro vorgesehen, für 2026 werden voraussichtlich 79 Millionen Euro bereitgestellt. Die Preise für neue Medikamente können nun nach §130a Absatz 3a des Sozialgesetzbuchs V (SGB V) mit dem GKV-Spitzenverband verhandelt werden.
Ohne diese Regelungen würde der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz der Krankenversicherung voraussichtlich auf 2,9 Prozent im Jahr 2026 steigen. Das BMG betont, wie wichtig es ist, Kostendämpfung und eine stabile Arzneimittelversorgung in Einklang zu bringen.
Die verlängerte Preisdeckelung und die Rabatte werden den finanziellen Druck auf die GKV weiter verringern. Gleichzeitig sollen gezielte Ausnahmen und Inflationsanpassungen die Pharmaunternehmen unterstützen. Die Maßnahmen zielen darauf ab, Medikamente bezahlbar zu halten und gleichzeitig Lieferengpässe bei kritischen Arzneimitteln zu verhindern.






