"Servus!" statt "Willkommen!" – Münchens bayerische Begrüßung für Lahav Shani
Kazim Hoffmann"Servus!" statt "Willkommen!" – Münchens bayerische Begrüßung für Lahav Shani
München begrüßt Lahav Shani als neuen Intendanten der Münchner Philharmoniker – mit einer deutlich bayerischen Note. Die Stadt setzte in ihrer Kampagne auf den traditionellen Gruß "Servus!" sowie eine blau-weiße Gestaltung – ein klarer Verweis auf die regionale Identität. Dieser Ansatz steht im Kontrast zur weltoffeneren Begrüßung, die Berlin Jahre zuvor Simon Rattle bereitete, als Plakate schlicht "Willkommen!" verkündeten.
Als Simon Rattle die Leitung der Berliner Philharmoniker übernahm, empfing ihn die Hauptstadt mit einer breiten, inklusiven Botschaft. Die "Willkommen!"-Kampagne spiegelte Berlins Ruf nach Offenheit und Multikulturalismus wider.
In München wurde Shanis Ankunft anders inszeniert. Der Einsatz von "Servus!" und bayerischer Symbolik bettete seine Berufung in lokale Traditionen ein – ein Stil, den manche als gelungene Verbindung von ausländischem Einfluss mit regionaler Identität sehen. Ein Kritiker merkte an, eine "Schalom"-Kampagne hätte ein stärkeres Signal für Multikulturalismus setzen können, im Einklang mit Forderungen, die Stadt solle in Sachen Musik und Kultur einen "moadigen" – jiddisch für "nett" – Ansatz verfolgen.
Öffentliche und mediale Reaktionen auf Shanis Amtsantritt blieben in den vergangenen fünf Jahren spärlich. Ein kurzer Hinweis auf das-blaettchen.de (Februar 2026) erwähnte, er sei von einer Veranstaltung am 18. September ausgeladen worden, ohne Gründe zu nennen. Direkte Vergleiche mit anderen deutschen Städten, etwa Berlins Dirigentenwechsel, sucht man in den verfügbaren Aufzeichnungen vergeblich.
Shanis Einführung in München zeigt die Spannung zwischen lokaler Tradition und kultureller Offenheit. Die Entscheidung für eine bayerisch geprägte Inszenierung setzt einen anderen Akzent als Berlins frühere Kampagnen. Wie sich dieser Ansatz auf seine Amtszeit – und Münchens musikalische Identität – auswirken wird, bleibt abzuwarten.






