Volocopter kämpft ums Überleben – rettet Geely das fliegende Taxi?
Niko CichoriusVolocopter kämpft ums Überleben – rettet Geely das fliegende Taxi?
Volocopter steht vor finanziellen Turbulenzen – Geely könnte einsteigen
Das deutsche Unternehmen Volocopter, das fliegende Roboter-Taxis entwickelt, steckt in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass das Unternehmen trotz seiner ehrgeizigen Pläne für die urbane Luftmobilität vor der Insolvenz stehen könnte. Gleichzeitig führt der chinesische Mischkonzern Geely bereits fortgeschrittene Verhandlungen, um eine Mehrheitsbeteiligung an dem angeschlagenen Betrieb zu übernehmen.
Ursprünglich hatte Volocopter geplant, während der Olympischen Spiele in Paris einen Lufttaxi-Service zu starten. Stattdessen gelangten nur Demonstrationsflüge zur Ausführung – ein Rückschlag für die kommerziellen Ziele des Unternehmens. Zudem fehlt dem Unternehmen noch immer die notwendige Musterzulassung, um Passagiere legal befördern zu dürfen.
Eine aktuelle Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nährt weitere Zweifel an der Branche. Demnach schneiden Lufttaxis in der Praxis schlechter ab als oft beworben: Ihr Nutzen bleibt auf Notfälle oder Verbindungen in abgelegene Gebiete beschränkt. Der scheidende Vorstandsvorsitzende Dirk Hoke kritisierte öffentlich, die deutsche Regierung unterstütze das Unternehmen nicht ausreichend.
Geely, bekannt für seine Investitionen in Elektrofahrzeuge und Luftfahrt, führt nun ein Konsortium an, das frisches Kapital in Volocopter pumpen soll. Der chinesische Konzern hat bereits zuvor Projekte für fliegende Autos und Batterietechnologien gefördert. Volocopter selbst wollte sich jedoch nicht zu den anstehenden Verhandlungen äußern.
Mit Sitz in Bruchsal arbeitet das Unternehmen weiterhin an der Entwicklung seiner Flugtaxis. Doch ohne Zulassung oder stabile Finanzierung bleibt die Zukunft ungewiss. Sollte die Übernahme zustande kommen, könnte Geelys Engagement Volocopter die dringend benötigte finanzielle Absicherung bringen. Gleichzeitig könnte der Deal eine strategische Neuausrichtung bedeuten – weg vom Massenverkehr in Städten, hin zu Nischenanwendungen. Kurzfristig muss das Unternehmen jedoch die Finanzierung sichern, um die Insolvenz abzuwenden und die Zulassungsverfahren voranzutreiben.






