Wacker Chemie streicht über 1.500 Jobs – historisches Sparprogramm gestartet
Joachim RoseWacker Chemie streicht über 1.500 Jobs – historisches Sparprogramm gestartet
Wacker Chemie kündigt massive Stellenstreichungen im Rahmen seines größten Sparprogramms an
Der Chemiekonzern Wacker Chemie hat weitreichende Stellenabbaupläne bekannt gegeben – Teil des bisher umfangreichsten Kostensenkungsprogramms der Unternehmensgeschichte. Weltweit sollen mehr als 1.500 Arbeitsplätze gestrichen werden, vor allem in Deutschland. Die Maßnahme folgt auf ein schwieriges Jahr mit rückläufigen Umsätzen und einem deutlichen Gewinnrückgang.
Im Oktober 2025 startete das Unternehmen das Programm PACE, um die jährlichen Kosten um über 300 Millionen Euro zu senken. Auslöser ist ein drastischer Ergebnisrückgang: Der Umsatz sank 2025 um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro, während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro einbrach.
Wie Konzernchef Christian Hartel erklärte, belasteten eine schwache Nachfrage, Marktunsicherheiten und zunehmender Wettbewerb die Branche schwer. Zudem verbuchte Wacker Chemie einen Nettoverlust von minus 805 Millionen Euro – hauptsächlich bedingt durch Sonderbelastungen und Wertberichtigungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro. Zu den Gründen für den Abschwung zählten geringere Absatzmengen, Preisdruck, unausgelastete Produktionskapazitäten sowie die hohen Energiepreise in Deutschland.
Vor diesem Hintergrund werden Vorstand und Aufsichtsrat vorschlagen, für das Jahr 2025 keine Dividende auszuschütten. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem leicht positiven Wachstum im einstelligen Bereich bei Umsatz und EBITDA. Langfristig will Wacker Chemie durch die Fokussierung auf Spezialprodukte, Halbleiter und biotechnologische Innovationen wieder zu profitablen Wachstum zurückkehren.
Die Sparmaßnahmen werden die Belegschaft um über 1.500 Stellen reduzieren, überwiegend in Deutschland. Die mittelfristige Strategie des Konzerns konzentriert sich auf hochmargige Segmente wie Halbleiter und Biotechnologie. Die Prognosen für 2026 fallen jedoch verhalten aus – mit nur moderaten Verbesserungen bei Umsatz und Ertrag.






