02 May 2026, 12:21

Wie 32 Förderschüler mit Musiktheater ihr Selbstvertrauen fanden

Kinder spielen Musikinstrumente auf einer Bühne mit einer Frau, die ein Mikrofon hält, umgeben von Mikrofonstativen und einem Banner im Hintergrund, mit Pflanzen auf der rechten Seite.

Wie 32 Förderschüler mit Musiktheater ihr Selbstvertrauen fanden

32 Kinder aus ländlichen Förderschulen verwirklichen ehrgeiziges Musiktheaterprojekt

Eine Gruppe von 32 Kindern aus ländlichen Schulen mit besonderem Förderbedarf hat an einem ambitionierten Musiktheaterprojekt teilgenommen. Organisiert von der Musikakademie Rheinsberg, präsentierten sie mit der Aufführung „Könige und Königinnen – Ein musikalischer Staatsstreich“ nach einer Woche intensiver Proben im Schloss Rheinsberg ihre kreative Energie.

Sogar Schülerinnen wie Fieby und Helene von der Clara-Zetkin-Schule, die eigentlich für eine Deutschprüfung lernen mussten, nahmen sich Zeit für die Teilnahme. Ihre Begeisterung prägte die fantasievolle Inszenierung einer Stadtregierung mit.

Die Idee zum Projekt stammte vom Ensemble Quillo, einer in Falkenhagen ansässigen Gruppe, die seit über zwei Jahrzehnten zeitgenössische Musik in ländliche Regionen bringt. Daraus entwickelte sich „Musiktheater 360°“, ein Programm, das gezielt Kinder einbezieht, die im schulischen Alltag oft vor Herausforderungen stehen. Die beteiligten Lehrkräfte berichteten, wie das Projekt ihnen eine neue, selbstbewusstere Seite ihrer Schüler zeigte.

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Die Aufführung verband professionelle Kompositionen mit der ungebändigten Energie der Jugendlichen. Der erfahrene Musiker Andreas Völk schuf eine triumphale Ouvertüre und Zwischenspiele, die höfische Klänge mit Alltagsgeräuschen der Schüler mischten. Ein besonders eindrucksvoller Moment zeigte eine Gruppe von 11- bis 16-jährigen Mädchen, die mit selbstbemalten Stäben, gefüllt mit Kieselsteinen, rhythmische Regenklänge erzeugten.

Die Inszenierung balancierte zwischen Verspieltheit und Intensität. In einer komischen Szene trat Ente Kross, eine fiktive Nachrichtensprecherin, auf und forderte das Publikum auf, eine Nummer mit der Endung 67 anzurufen. Später verdüsterte sich die Stimmung in einer traumhaften, fast düsteren Sequenz, in der ein entenartiges Wesen ein Mädchen verfolgte und „verschlang“. Den Höhepunkt bildete ein großes Finale, bei dem die jungen Darsteller selbstbewusst und frei über die Bühne tanzten.

Für viele Teilnehmer war das Projekt mehr als nur eine Aufführung – es gab ihnen ein Gefühl von Zugehörigkeit. Schüler, die sich im klassischen Unterricht oft ausgegrenzt fühlen, standen plötzlich im Mittelpunkt eines lebendigen, gemeinschaftlichen Geschehens.

Die Abschlussvorstellung krönte eine Woche voller Kreativität und Teamarbeit. Die jungen Darsteller verließen die Bühne mit neu gewonnenem Selbstvertrauen, nachdem sie eine Produktion mitgestaltet hatten, die professionelle Kunst mit ihren eigenen Ideen verband. Der Erfolg des Projekts zeigt, wie inklusive Programme sowohl Schüler als auch ihre Gemeinschaften verändern können.

Quelle