Wie private E-Autos das Stromnetz stabilisieren – Pilotprojekt zeigt Potenzial
Niko CichoriusWie private E-Autos das Stromnetz stabilisieren – Pilotprojekt zeigt Potenzial
Pilotprojekt in Deutschland zeigt: Private E-Autos können Stromnetz stabilisieren
Ein Pilotprojekt in Deutschland hat demonstriert, wie private Elektrofahrzeuge zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen können. Unter dem Namen OctoFlexBW nahmen über 700 batteriebetriebene E-Autos aus Privathaushalten an dem Vorhaben teil. Die Fahrzeuge stellten täglich eine Flexibilität von rund zwei Megawattstunden bereit und entlasteten so das Netz – ohne dass die Ladebedürfnisse der Besitzer beeinträchtigt wurden.
Das Projekt entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und dem Energiedienstleister Octopus Energy. Ihre Systeme – die DA/RE-Plattform von TransnetBW und KrakenFlex von Octopus – steuerten das Laden der Fahrzeuge je nach Netznachfrage und Strompreisen. Die Besitzer gaben einfach ihren gewünschten Ladezustand und die Frist vor, während ein Aggregator die Ladezeiten anpasste, um das Netz zu entlasten.
Durch die Verknüpfung dezentraler Flexibilität mit bestehenden Redispatch-Prozessen bewies das Pilotprojekt, dass private E-Autos direkt zur Balance von Angebot und Nachfrage beitragen können. Die Partner fordern nun aktualisierte Regularien, um weitere dezentrale Lösungen zu ermöglichen. Zudem planen sie ein Folgeprojekt namens DataFleX, um das Modell auf mehr Fahrzeuge und Technologien auszuweiten.
Aktuell gibt es in Deutschland elf Redispatch-2.0-Regelzonen, wobei Bayernwerk OctoFlexBW bereits umsetzt. Bei Erfüllung der technischen und regulatorischen Voraussetzungen könnten zehn weitere Zonen ähnliche Projekte einführen. Eine Skalierung hätte großes Potenzial: Eine Million E-Autos könnten täglich mehrere Gigawattstunden bereitstellen und so einen Großteil des deutschen Redispatch-Bedarfs decken.
Das OctoFlexBW-Pilotprojekt bestätigt, dass private E-Autos die Netzstabilität fördern können, ohne die Nutzer beim Laden einzuschränken. Mit weiterer Entwicklung könnte dieser Ansatz die Redispatch-Kosten senken und Engpässe in Niederspannungsnetzen verringern. Die nächste Phase, DataFleX, zielt darauf ab, das System zu verfeinern und auf weitere Regionen auszuweiten.






