16-Jährige gewinnt Preis für Podcast über die vergessene Geschichte der Russlanddeutschen
Niko Cichorius16-Jährige gewinnt Preis für Podcast über die vergessene Geschichte der Russlanddeutschen
Eine 16-jährige Schülerin hat mit ihrem Podcast über die Geschichte der Russlanddeutschen einen bedeutenden Wettbewerb gewonnen. Fiora Marte erhielt den Hauptpreis für ihr Projekt, das sich mit einer Gemeinschaft beschäftigt, die sowohl in der Sowjetunion als auch in Deutschland Verfolgung erlebte. Die prämierten Arbeiten werden bald im Foyer des Innenministeriums in Stuttgart ausgestellt.
Fiora Marte wurde in Deutschland geboren und wuchs dort auf. Schon seit ihrer Kindheit zeigt sie ein großes Interesse an historischer Literatur und Kunst. Ihr Geschichtslehrer, Andreas Fuchs, spielte eine entscheidende Rolle für ihren Erfolg. Fuchs selbst war vor 30 Jahren aus Almaty nach Deutschland ausgewandert.
Der Wettbewerb wurde vom Innenministerium, dem Kultusministerium und der öffentlichen Stiftung „Verband der Deutschen Kasachstans ‚Wiedergeburt‘“ organisiert. Unterstützung erhielt die Veranstaltung auch vom „Haus der Heimat Baden-Württemberg". Ziel war es, Schülerinnen und Schüler dazu zu ermutigen, die gemeinsame Geschichte und die kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und Kasachstan zu erforschen.
In ihrem Podcast rückt Marte die Widerstandsfähigkeit der Russlanddeutschen in den Fokus. Trotz offizieller Verbote bewahrten Familien ihre Identität durch heimliche Traditionen. Sie erzählt persönliche Geschichten, wie etwa die von Irina Albul, die von ihrer traumatischen Ankunft in Kasachstan berichtet. Das Projekt bezieht sich zudem auf ein Buch von Alexander Krylov, das die harten Lebensbedingungen und Zwangsarbeit der Gemeinschaft beschreibt.
Die prämierten Arbeiten, darunter Martes Podcast, werden in Stuttgart präsentiert. Der Wettbewerb hat jungen Teilnehmenden eine Plattform geboten, um sich mit einer komplexen und oft vernachlässigten Geschichte auseinanderzusetzen. Die Veranstalter hoffen, dass dadurch das Bewusstsein für die kulturellen Verbindungen zwischen den beiden Nationen gestärkt wird.
