13 April 2026, 08:18

AfD zerrissen: Machtkampf um Außenpolitik spaltet die Partei tief

Ein Plakatplan des sowjetisch-finnischen Krieges (1939–1940), der den Konflikt in allen Einzelheiten zeigt.

AfD zerrissen: Machtkampf um Außenpolitik spaltet die Partei tief

Ein erbitterter innerparteilicher Streit über die Außenpolitik erschüttert die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD). Die Spaltungen in der Partei haben sich nach widersprüchlichen Aussagen zu den Beziehungen zu den USA und zur NATO weiter vertieft, wobei führende Vertreter öffentlich aneinandergeraten sind. Der Konflikt legt eine tiefe Kluft zwischen westlich orientierten und prorussischen Flügeln offen und wirft Fragen nach der künftigen Ausrichtung der Partei auf.

Der Streit eskalierte, nachdem der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla den Abzug der US-Truppen aus Deutschland gefordert hatte. Seine Forderung löste umgehend Widerspruch aus – auch vonseiten des Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah, der argumentierte, Deutschland brauche "starke Partner" wie die USA. Krahs öffentliche Gegenposition unterstrich die zerrissene Haltung der AfD in den transatlantischen Beziehungen.

Auch Rüdiger Lucassen, der verteidigungspolitische Sprecher der AfD, gerät zunehmend unter Druck durch den prorussischen Parteiflügel. Er warf der Gruppe um Björn Höcke vor, ihn wegen seiner Unterstützung für westliche Bündnisse und seiner Warnung, Russland stelle die größte Bedrohung für die östliche NATO-Flanke dar, aus der Partei drängen zu wollen. Lucassens Haltung macht ihn innerhalb der eigenen Reihen zur Zielscheibe.

Der Dissens beschränkt sich nicht auf die USA-Politik. Ein Entwurf einer Pressemitteilung des Verteidigungsexperten Hannes Gnauck, in dem er im Iran-Konflikt die USA unterstützte, wurde von den Parteivorsitzenden Alice Weidel und Chrupalla blockiert. Gleichzeitig ringt die AfD-Führung darum, sich von Martin Sellners umstrittenem "Remigrations"-Plan zu distanzieren, den das Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig und menschenunwürdig eingestuft hatte. Krah warnt, solche extremen Positionen hätten die politische Isolation der AfD noch verstärkt, da andere Parteien weiterhin eine strikte Abgrenzungspolitik gegen eine Zusammenarbeit aufrechterhielten.

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Parteiquellen warnen, dass die AfD vor einer formalen Spaltung stehen könnte, falls es der Führung nicht gelinge, die internen Machtkämpfe einzudämmen. Der Streit hat die Außenpolitik der Partei in Chaos gestürzt: Während ein Flügel engere Bindungen an die USA anstrebt, plädiert der andere für einen Bruch mit Washington.

Die AfD-Führung steht nun unter wachsendem Druck, den Konflikt zu entschärfen, bevor er weiter eskaliert. Die Unfähigkeit der Partei, in der Außenpolitik mit einer Stimme zu sprechen, schwächt ihren Einfluss im Bundestag. Angesichts gerichtlicher Verbote ihrer radikalsten Vorhaben und zunehmender innerparteilicher Zerwürfnisse bleibt die künftige Strategie der AfD ungewiss.

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