Apothekenprotest in Baden-Württemberg: Warum einige trotz Verbots streiken wollen
Joachim RoseApothekenprotest in Baden-Württemberg: Warum einige trotz Verbots streiken wollen
Apotheken in ganz Deutschland wollten am 23. März 2026 im Rahmen eines bundesweiten Protests gegen Unterfinanzierung schließen. Doch Baden-Württemberg sagte die Aktion kurzfristig ab, nachdem das Sozialministerium ein Verbot erlassen hatte. Die Entscheidung löste unter Apothekern Empörung aus – einige kündigten an, trotz des Rückschlags weiter zu demonstrieren.
Der Protest war von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) organisiert worden, die zu Schließungen und Kundgebungen in Berlin, Hannover, München und Düsseldorf aufgerufen hatte. Die Vereinigung hatte Ende Januar 2026 die Kampagne "Wir sind nicht zum Nulltarif zu haben!" gestartet und eine Online-Petition ins Leben gerufen, um Unterstützung zu mobilisieren. Zahlreiche Landesverbände, darunter der Landesapothekerverband (LAV), hatten die Aktion befürwortet.
Daniel Hölzle, Apothekeninhaber in Konstanz, kritisierte den LAV und die Landesapothekerkammer (LAK) scharf, weil sie das Verbot des Ministeriums nicht anfochten. Er warf ihnen vor, keine eigenständige rechtliche Bewertung vorzunehmen, und forderte den Rücktritt des LAV-Vorstands. Hölzle plant, sich an lokale Medien wie den Südkurier zu wenden, um das Thema in der Öffentlichkeit präsent zu halten. Seine Tiergarten-Apotheke in Konstanz wird am 23. März geschlossen bleiben, während seine Kaufland-Apotheke in Singen nur eingeschränkt öffnen wird.
Ariel Wagner, Pharmazeutisch-technische Assistentin, nannte die Stellungnahme des Ministeriums "empörend". Sie argumentierte, dass daduch die Protestbemühungen in Baden-Württemberg geschwächt würden, und fragte, warum das Land sich vom Rest Deutschlands absetze.
Trotz des Verbots in Baden-Württemberg halten einige Apotheker an ihrem Protest fest. Die ABDA-Kampagne und die Petition laufen weiter, während Hölzle und andere auf Medienpräsenz drängen. Der Streit zeigt die Spannungen zwischen Apothekern und der staatlichen Finanzierungspolitik auf.






