Baden-Württemberg startet Bürgerprojekt zur Wärmewende – wie gelingt der Ausstieg aus Öl und Gas?
Waldtraut TröstBaden-Württemberg startet Bürgerprojekt zur Wärmewende – wie gelingt der Ausstieg aus Öl und Gas?
Bürgerbeteiligung zur Wärmewende: Baden-Württemberg startet am 17. September großangelegte Untersuchung
Am 17. September startet in Baden-Württemberg ein neues partizipatives Forschungsprojekt zur Wärmewende. Der SWR und das Recherchezentrum CORRECTIV leiten die Initiative, die untersucht, wie Bürgerinnen, Bürger und Kommunen mit dem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zurechtkommen. Das Vorhaben umfasst eine Online-Umfrage, Pop-up-Studios und eine Plattform, auf der Erfahrungen aus der Bevölkerung gesammelt werden.
Die Region deckt derzeit noch über 73 Prozent ihres Wärmebedarfs mit Öl und Gas. Um bis 2040 klimaneutral zu werden, müssen die Gemeinden diese Abhängigkeit vollständig überwinden. Doch der Fortschritt ist ungleich: Nur wenige Orte wie Dettingen unter Teck, Owen und Bissingen haben bereits konkrete Schritte eingeleitet. Dettingen etwa modernisiert bis 2027 sein Wärmenetz, das dann zu 92 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden soll – unterstützt vom Energieversorger EnBW. Andere Gemeinden wie Willstätt haben zwar Pläne beschlossen, diese aber noch nicht umgesetzt.
Laut einer Befragung nennen 90 Prozent der Kommunen finanzielle Engpässe als größtes Hindernis. Auch Personalmangel und rechtliche Unsicherheiten bremsen die Umsetzung: 66 Prozent der Gemeinden benötigen mehr Fachkräfte, 88 Prozent fordern klarere Planungsvorgaben. Trotz dieser Herausforderungen gibt es vereinzelt Fortschritte, etwa durch Informationsveranstaltungen im Landkreis Karlsruhe.
Ab dem 17. September sammelt die Plattform "CrowdNewsroom" Erfahrungen und Fragen der Bürger:innen. Parallel läuft die Online-Umfrage "Druck im System: Wie betrifft mich die Wärmewende?". Im Oktober und November öffnen zudem Pop-up-Studios in Stuttgart, Vaihingen an der Enz und Lörrach, wo Anwohner:innen mit Journalist:innen ins Gespräch kommen, Expert:innen konsultieren und sich mit lokalen Entscheidungsträger:innen austauschen können.
Ziel des Projekts ist es, die praktischen Herausforderungen und Lösungsansätze der Wärmewende sichtbar zu machen. Durch die Kombination von Bürgerfeedback und Fachwissen dokumentieren SWR und CORRECTIV den Stand der Dinge auf dem Weg zu den Klimazielen. Die Ergebnisse sollen künftige politische Weichenstellungen und die Unterstützung für Kommunen mitgestalten.






