Bremen prüft "goldene Händedrücke": Warum Staatsräte mit Steuergeldern abkasiert wurden
Waldtraut TröstBremen prüft "goldene Händedrücke": Warum Staatsräte mit Steuergeldern abkasiert wurden
Bremer Bürgerschaft setzt Untersuchungsausschuss zu Entlassungen von Staatsräten ein
Im November 2025 hat die Bremer Bürgerschaft einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, um die Entlassung von Staatsräten in den vergangenen zehn Jahren zu prüfen. Die Opposition wirft der Regierung vor, sogenannte „goldene Händedrücke“ vergeben zu haben – großzügige Abfindungsregelungen, die von den Steuerzahlern finanziert werden. Aktuelle Enthüllungen haben die Bedenken hinsichtlich Transparenz und Rechenschaftspflicht in diesen Verfahren weiter verschärft.
Der Ausschuss soll klären, wie politische Amtsinhaber entlassen und entschädigt wurden. In Deutschland können solche Beamte zwar jederzeit ohne Angabe von Gründen abberufen werden, erhalten dafür aber oft vorteilhafte Vorruhestandsbedingungen. Die Opposition hält diese Zahlungen für überzogen und als unzumutbare Belastung für die Öffentlichkeit.
Im Verlauf der Anhörungen wurden Lücken in der Dokumentation aufgedeckt. In einem Fall hatte der Senat trotz dreimaliger Zusicherung, alle angeforderten Unterlagen übergeben zu haben, nicht alle Materialien vorgelegt. Ein zentrales Dokument zur ehemaligen Staatsrätin in der Bildungsbehörde, Regine Komoss, fehlte gänzlich.
Für zusätzliche Verwicklungen sorgte Tobias Hentze, der Geschäftsführer der CDU-Fraktion, als er einen anonymen Hinweis an die Staatsanwaltschaft weiterleitete. Darin behauptete er, in zwei Behörden seien im Zusammenhang mit der Affäre E-Mails gelöscht worden. Später stellte sich heraus, dass Hentze selbst der Urheber des Hinweises war – und seine ursprüngliche Aussage an die Ermittler unwahr gewesen war.
Der Ausschuss beschäftigte sich zudem mit einem Signal-Chat zwischen den beiden Umweltresort-Staatsräten Irene Strebl und Jan Fries. Fünf Nachrichten waren darin gelöscht worden, was Spekulationen über geheime Absprachen nährte. Am Dienstag kam der Ausschuss erneut zusammen, um diese Fälle von Intransparenz und die wachsenden Zweifel an der Glaubwürdigkeit aller Beteiligten zu erörtern.
Die nächste Sitzung ist für Mittwoch angesetzt, wobei der ehemalige Bildungssenator Sascha Aulepp (SPD) als Zeuge aussagen soll. Die Arbeit des Ausschusses geht weiter, um die Umstände der Entlassungen und den Umgang mit den dazugehörigen Dokumenten aufzuklären. Die fehlenden Akten, gelöschten Nachrichten und falschen Aussagen haben die Kritik an den Handlungen der Regierung weiter angeheizt. Die Ergebnisse der Anhörungen könnten weitreichende Konsequenzen für die künftige Behandlung solcher Fälle haben.






