27 April 2026, 22:19

CDU bestraft Mitglieder nach umstrittenem AfD-Bündnis in Biebesheim am Rhein

Eine 19. Jahrhundert-Karte von Deutschland, die ihre politischen Teilungen zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

CDU bestraft Mitglieder nach umstrittenem AfD-Bündnis in Biebesheim am Rhein

Die hessische CDU hat Parteimitglieder disziplinarisch zur Verantwortung gezogen, die sich in einem kleinen Gemeinderat mit der AfD verbündet hatten. Der Schritt folgt einer umstrittenen Abstimmung in Biebesheim am Rhein, bei der beide Parteien eine gemeinsame Kandidatenliste einreichten. Parteivertreter bezeichneten die Entscheidung als unabgesprochen und inakzeptabel.

In der rund 6.000 Einwohner zählenden Gemeinde Biebesheim am Rhein arbeiteten CDU- und AfD-Gemeinderäte zusammen, um einen stellvertretenden Bürgermeister zu wählen. Ihr gemeinsamer Vorschlag war eine direkte Reaktion auf eine Gegenkandidatur von SPD, Grünen und Freien Wählern, die gemeinsam 17 der 31 Gemeinderatssitze halten. Die CDU, die über acht Sitze verfügt, hatte gehofft, die Position des stellvertretenden Bürgermeisters für die eigene Partei zu sichern.

Die AfD, die sechs Sitze innehat, brachte mit Bernd Kahnert einen ihrer Kandidaten in den Gemeindevorstand ein, nachdem sich beide Parteien auf eine gemeinsame Liste geeinigt hatten. Der CDU-Kreisvorsitzende Stefan Sauer bestätigte später, dass weitere Schritte geprüft würden. Leopold Born, Generalsekretär der hessischen CDU, verteidigte die schnelle Reaktion und bezeichnete es als notwendig, "sofort und entschlossen" auf lokaler Ebene zu handeln.

Der Vorfall spiegelt einen größeren Trend wider. Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) ergab, dass es bei fast 19 Prozent von 5.000 sachlichen Kommunalabstimmungen zwischen Mitte 2019 und Mitte 2024 "direkte Zusammenarbeit" zwischen etablierten Parteien und der AfD gab. Der CDU-Kreisverband Groß-Gerau hat nun Ausschlussverfahren gegen die beteiligten Mitglieder eingeleitet und betont, die gemeinsame Abstimmung sei "offensichtlich spontan und unabgestimmt" gewesen und stehe nicht zur Debatte.

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Die disziplinarischen Maßnahmen der CDU signalisieren eine klare Haltung gegen lokale Kooperationen mit der AfD. Der Fall in Biebesheim am Rhein unterstreicht die anhaltenden Spannungen in der regionalen Politik. In den kommenden Wochen werden weitere Entscheidungen über die beteiligten Mitglieder erwartet.

Quelle