18 June 2026, 12:19

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus – Rostock rettet sein DDR-Theater

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus – Rostock rettet sein DDR-Theater

Düsseldorf hat die Pläne für den Bau eines neuen Opernhauses nach Entwürfen des Architekturbüros Snøhetta wegen explodierender Kosten aufgegeben. Die auf 1,8 Milliarden Euro geschätzten Baukosten erwiesen sich als zu hoch, sodass die Stadt das Vorhaben überdenken musste. Unterdessen steht Rostock vor einer eigenen Debatte über die Zukunft eines historischen Theaters.

Ursprünglich wollte Düsseldorf sein Nachkriegs-Opernhaus durch den Entwurf von Snøhetta ersetzen. Doch das stetig wachsende Budget führte schließlich zur Abschaffung des Projekts. Das für 137 Millionen Euro erworbene Grundstück wurde nun wieder an die Stadt zurückgegeben.

Als kostengünstigere Alternative hat sich der „Blau-Grüne Ring“-Masterplan des Büros raumwerk herauskristallisiert. Dieser sieht eine zweite, halbtransparente Hülle für das Opernhaus vor, die dessen Kapazität erweitert. Zudem schlägt das Konzept vor, das Gebäude durch Landschaftsarchitektur visuell mit der nahegelegenen Kunsthalle und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zu verbinden.

Die Modernisierung des bestehenden Bonatz-Opernhauses in Düsseldorf könnte zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten. Diese Option wird weiterhin geprüft.

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In Rostock stand das Volkstheater, ein modernistisches Wahrzeichen der DDR aus dem Jahr 1943, vor dem möglichen Abriss. Die regierende CDU wollte das Gelände für Neubauten freimachen. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin griff ein und stellte Teile des Theaters unter Schutz.

Düsseldorfs Entscheidung, das Snøhetta-Projekt zu streichen, zwingt die Stadt nun, günstigere Alternativen zu erkunden. Rostocks Volkstheater ist vorerst vor dem Abriss gerettet. Beide Fälle verdeutlichen die Spannung zwischen städtischer Entwicklung und dem Erhalt des kulturellen Erbes.

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