25 June 2026, 14:17

Entwicklungshilfe in der Krise: NGOs fordern radikale Reformen und mehr Geld

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungshilfe in der Krise: NGOs fordern radikale Reformen und mehr Geld

Die Generalsekretäre von Welthungerhilfe und Terre des Hommes stellten am Mittwoch ihre jährliche Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik vor. Mathias Mogge und Joshua Hofert wiesen auf zentrale Herausforderungen hin und forderten dringende Reformen, um die wachsenden globalen Krisen zu bewältigen.

Mogge und Hofert kritisierten den aktuellen Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit. Sie betonten, dass die Reform die Qualität der Hilfe vor die Quantität stellen müsse – mit weniger Bürokratie und mehr Eigenständigkeit für die Zivilgesellschaft. Hofert unterstrich, dass der Prozess nicht allein aus Berlin gesteuert werden dürfe, sondern von Anfang an Partnerländer, lokale Gruppen und junge Menschen einbeziehen müsse.

Die Organisationen warnten, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit nur dann funktionieren könne, wenn sie sich an den Bedürfnissen lokaler Akteure orientiere. Gleichzeitig wiesen sie auf die Spannung zwischen den Eigeninteressen Deutschlands und denen seiner Partnerländer hin. Seit 2022 hat die Bundesregierung den Entwicklungsetat um ein Drittel gekürzt; bis 2027 sind weitere Kürzungen zu erwarten.

In ihrem gemeinsamen Bericht verzeichneten die NGOs eine Zunahme von Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht. Zudem verurteilten sie die Politisierung von Entwicklungshilfe, die ihrer Meinung nach die grundlegenden Prinzipien untergrabe. Die Regierung forderten sie auf, die humanitären Mittel im nächsten Haushalt von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro aufzustocken.

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Mogge betonte die Notwendigkeit präventiver Finanzierung statt bloßer Krisenreaktion. Beide Verantwortlichen begrüßten zwar die Neuausrichtung der Politik, kritisierten jedoch das Fehlen einer klaren Strategie und einer stärkeren Einbindung der Zivilgesellschaft.

Die NGOs verwiesen auf den steigenden Druck durch Kriege, Klimawandel und andere Krisen. Sie plädierten für einen inklusiveren, lokal verankerten Ansatz, um die Wirksamkeit der Hilfe zu sichern. Zu ihren Forderungen zählen höhere Mittel sowie ein stärkerer Fokus auf langfristige Lösungen statt kurzfristiger Maßnahmen.

Quelle