25 June 2026, 02:18

FDP-Politiker Martin Hagen löst mit Junge-Freiheit-Interview Streit aus

Ex-FDP-Justizminister nennt JF 'No-go-Zone'

FDP-Politiker Martin Hagen löst mit Junge-Freiheit-Interview Streit aus

Martin Hagen steht in der Kritik, weil er der rechtsextremen Zeitschrift Junge Freiheit ein Interview gegeben hat. Der Beitrag erschien kürzlich und hat in politischen Kreisen eine Debatte ausgelöst. Zu den scharfen Kritikern gehört die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Leutheusser-Schnarrenberger, die von 2009 bis 2013 unter Angela Merkel als Justizministerin amtierte, argumentierte, dass der Austausch mit der Jungen Freiheit die Gefahr berge, die Alternative für Deutschland (AfD) zu normalisieren. Sie betonte, die AfD sei kein tragfähiger Partner für die Freie Demokratische Partei (FDP).

Auch Der Spiegel meldete sich zu Wort und behauptete, das Interview verletze eine journalistische Firewall. Sabine Döring zog sich daraufhin von einer von der FDP organisierten Podiumsdiskussion zurück – als Begründung nannte sie die Wahl des Forums.

Hagen verteidigte sein Vorgehen und erklärte, die Junge Freiheit sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Zugleich schloss er jede Zusammenarbeit mit der AfD aus und bezeichnete sie als ungeeigneten Bündnispartner für die FDP. Susanne Seehofer hingegen lobte das Interview und unterstrich die Bedeutung eines Dialogs jenseits politischer Echokammern. Hagen fügte hinzu, die Gesellschaft habe – insbesondere während der Amtszeit Merkels – die Fähigkeit verloren, konstruktiv zu streiten.

Das Interview spaltet die Meinungen innerhalb der FDP und darüber hinaus. Manche sehen darin einen notwendigen Schritt, um den politischen Diskurs zu erweitern, andere werfen Hagen vor, er verleihe damit rechtsextremen Positionen Legitimität. Die Debatte zeigt die anhaltenden Spannungen auf, wie mit umstrittenen Medien umzugehen ist.

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