30 June 2026, 06:17

Fürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für arme Straftäter

"Help instead of Punishment": Fürther Youth Council presents motion in committee

Fürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für arme Straftäter

Der Fürther Jugendrat hat einen Antrag mit dem Titel „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ eingebracht. Damit soll Menschen, die aus Armut Straftaten begehen, Unterstützung statt Bestrafung zuteilwerden. Über den Vorschlag wird am 1. Juli 2023 beraten.

Anstoß für die Initiative waren Diskussionen über Schwarzfahren im Öffentlichen Nahverkehr in Fürth. Ursprünglich hatte der Jugendrat gefordert, dass Verkehrsbetriebe Fälle von Fahrpreishinterziehung nicht mehr an die Behörden melden. Später einigte man sich darauf, arme Menschen, die ohne Ticket fahren, nicht strafrechtlich zu verfolgen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Jugendrat setzt sich zudem für aufsuchende Streetwork und mobile Jugendarbeit ein, um das Problem an der Wurzel zu packen. Sozialpädagogische Dienste sollen frühzeitig in Strafverfahren eingebunden werden. Zudem plädiert der Rat für eine zentrale Meldestelle, die sich mit sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt befasst – inklusive anonymer Meldemöglichkeiten.

Alexander Bohn, Vorsitzender des Jugendrats, betont, wie wichtig präventive Angebote sind, um Armut als Ursache von Kriminalität zu bekämpfen. Clemens Trompke, Vorstandsmitglied, schlägt vor, das Meldesystem zunächst ohne zusätzliches Personal zu testen und später flächendeckend in der Stadt einzuführen. Julia Dierauf, stellvertretende Vorsitzende, argumentiert, dass junge Straftäter aus benachteiligten Verhältnissen gezielte Förderung brauchen.

Der Antrag zielt auf praktische Lösungen statt auf Repression. Er macht den Zusammenhang zwischen Armut und Kriminalität deutlich und schlägt Maßnahmen vor, um beides zu bekämpfen. Die Debatte am 1. Juli wird zeigen, wie es mit den Vorschlägen weitergeht.

Quelle