Gäubahn fährt ab 2025 nicht mehr zum Stuttgarter Hauptbahnhof – was Pendler jetzt wissen müssen
Joachim RoseGäubahn fährt ab 2025 nicht mehr zum Stuttgarter Hauptbahnhof – was Pendler jetzt wissen müssen
Die Gäubahn, eine zentrale Eisenbahnstrecke zwischen Stuttgart und Zürich über Böblingen und Horb, wird ab Mitte 2025 nicht mehr den Stuttgarter Hauptbahnhof erreichen. Die Änderung ist Teil des langwierigen Projekts Stuttgart 21, das immer wieder mit Verzögerungen und juristischen Hindernissen zu kämpfen hat. Umweltaktivisten sind mit ihrem jüngsten Versuch gescheitert, die Bauarbeiten zu stoppen – Fahrgäste müssen sich nun auf jahrelange Umstiege einstellen.
Im Februar hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) versucht, die Verkürzung der Gäubahn mit einer Beschwerde beim Verwaltungsgericht Stuttgart zu verhindern. Das Gericht wies die Klage ab und begründete dies damit, dass die DUH kein rechtliches Anrecht darauf habe, vom Eisenbahn-Bundesamt ein Einschreiten zu verlangen. Auch ein Eilantrag beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) wurde in den vergangenen Tagen abgelehnt. Die Richter sahen keine stichhaltigen Gründe, die Bauarbeiten auszusetzen, während die DUH noch auf eine teilweise Rücknahme der Projektgenehmigung pocht.
Neuer Endbahnhof der Gäubahn wird künftig Stuttgart-Vaihingen sein – die direkte Anbindung an den Hauptbahnhof entfällt damit. Pendler, die ins Stadtzentrum wollen, müssen vorerst auf Regionalzüge oder die S-Bahn umsteigen. Die Einschränkungen werden voraussichtlich so lange andauern, bis der unterirdische Bahnhof von Stuttgart 21 vollständig in Betrieb ist – ein Zeitpunkt, der mittlerweile deutlich nach 2025 verschoben wurde und bei dem weitere Verzögerungen wahrscheinlich sind.
Gegen den Wegfall der Direktverbindungen gibt es weiterhin Proteste, doch die Behörden betonen, dass Ersatzbusse und alternative Zugverbindungen praktikable Lösungen bieten würden. Konkrete Pläne für diese Angebote liegen jedoch noch nicht vor, was bei manchen Reisenden Unsicherheit über ihre künftigen Fahrten auslöst.
Da alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft sind, wird die Umleitung der Gäubahn wie geplant ab Mitte 2025 umgesetzt. Fahrgäste müssen sich auf jahrelange Änderungen im Reiseablauf einstellen, während sich die Bauarbeiten an Stuttgart 21 weiter hinziehen. Durch die verlängerte Projektlaufzeit sind Pendler auf Übergangslösungen angewiesen, bis der neue Tiefbahnhof endlich eröffnet wird.






