GSM-R-Störungen gefährden Notrufe auf 250 deutschen Bahnstrecken
Probleme mit dem digitalen Zugfunk GSM-R: Bundesregierung räumt Mängel ein
Die Bundesregierung hat Probleme mit dem digitalen Zugfunksystem GSM-R eingeräumt. Mindestens 250 Eisenbahnstrecken in ganz Deutschland sind von Störungen betroffen, die vor allem die Zuverlässigkeit von Notrufen beeinträchtigen. Ursache für die Ausfälle sind Interferenzen durch den Ausbau der öffentlichen Mobilfunknetze.
Als primäres Sicherheitssystem im Schienenverkehr gilt nach wie vor die streckenseitige Signaltechnik. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt betont, das Zugfunksystem diene lediglich als „Redundanzschicht“ mit unterstützender Funktion. Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Linken, kritisiert diese Einschätzung scharf: Es sei „abwegig“, das Funksystem als bloße Reserve einzustufen.
Laut Unterlagen der Deutschen Bahn gibt es über 1.000 Funklöcher auf den Strecken. In diesen Bereichen sind Züge im Notfall oder bei Gefahrenlagen auf der Strecke nicht oder nur verzögert erreichbar. Ähnliche Störungen durch öffentliche Mobilfunknetze wurden auch in anderen europäischen Ländern gemeldet.
Die Europäische Kommission und die EU-Eisenbahnagentur (ERA) arbeiten nun an Lösungen, um die Störanfälligkeit des Systems zu verringern. Trotz der Bedenken hält die Bundesregierung die bestehende Infrastruktur der DB für ausreichend. Doch die Probleme bleiben: Auf vielen Strecken funktioniert die Notruf-Funktion weiterhin unzuverlässig – verursacht vor allem durch Störungen durch den Mobilfunkausbau. Die Behörden bemühen sich um Abhilfe, doch die grundsätzlichen Schwächen des Systems bestehen fort.
