10 May 2026, 14:20

Happel und Nocker: Zwei Theaterlegenden, zwei unterschiedliche Wege durch #MeToo und Kritik

Plakat für das Theatre Sarah Bernhardt von 1909-1910, das eine Gruppe von Frauen in der Mitte mit Texten zeigt, die das Theater und seine Künstler beschreiben.

Happel und Nocker: Zwei Theaterlegenden, zwei unterschiedliche Wege durch #MeToo und Kritik

Zwei der bekanntesten Theaterpersönlichkeiten Österreichs, Maria Happel und Paula Nocker, haben ihre Ansichten zu Kritik, Führung und der sich wandelnden #MeToo-Bewegung geteilt. Beide Schauspielerinnen, die einst gemeinsam in Der Weg ins Freie auf der Bühne standen, befinden sich heute in unterschiedlichen Phasen ihrer Karriere – jede mit ihrem eigenen künstlerischen Ansatz und ihrem Umgang mit öffentlicher Aufmerksamkeit.

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Maria Happel, einst zur „Österreicherin des Jahres“ gekürt, befindet sich derzeit in den letzten Proben für Der heilige Falstaff am Burgtheater. Die Produktion, eine österreichische Erstaufführung inspiriert von Shakespeares Heinrich IV., markiert eine weitere bedeutende Rolle in ihrer Laufbahn. Allerdings trat sie von ihrer Leitung des Reinhardt-Seminars zurück, nachdem ihr vorgeworfen worden war, Studierende aufgrund von Zeitmangel zu vernachlässigen. In Interviews äußerte sie zudem Unbehagen gegenüber Gender-Swapping im Theater und bezeichnete es als verstörend aus der Perspektive des Publikums.

Paula Nocker hingegen bereitet sich auf Mythen des Alltags vor, eine Koproduktion zwischen dem Volkstheater und den Wiener Festwochen. Im Gegensatz zu Happel unterstützt Nocker offen die #MeToo-Bewegung und ist überzeugt, dass anhaltender Wandel notwendig ist. Trotz Kritik von Herbert Föttinger, dem Direktor des Theaters in der Josefstadt, der die Bewegung abgetan hat, empfindet sie ihn nicht als dominant.

Abseits der Bühne verbindet die beiden Schauspielerinnen eine persönliche Nähe: Sie leben als Nachbarinnen, und ihre Töchter bewohnen kleine Wohnungen im selben Stockwerk. Auch im Umgang mit Rezensionen unterscheiden sie sich: Während Happel negative Kritik wie Horoskope behandelt, betrachtet Nocker jedes respektvolle Feedback als berechtigt.

Beide Frauen prägen das österreichische Theater auf ihre Weise weiter. Happels Rückkehr auf die Bühne in Der heilige Falstaff folgt auf ihren Rückzug aus der akademischen Welt, während Nockers neue Produktion ihre Haltung als Fürsprecherin gesellschaftlichen Fortschritts unterstreicht. Ihre unterschiedlichen Perspektiven auf Kritik und Führung spiegeln die aktuellen Debatten innerhalb der Branche wider.

Quelle