Hochgeschwindigkeitsstrecke Mannheim–Frankfurt droht wegen Finanzlücke zu scheitern
Niko CichoriusHochgeschwindigkeitsstrecke Mannheim–Frankfurt droht wegen Finanzlücke zu scheitern
Die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt steht vor ernsten finanziellen Problemen. Tarek Al-Wazir, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, warnt, dass das Projekt nun "massiv gefährdet" sei. Ohne rasches Handeln könnte die Strecke – die im Bundesverkehrswegeplan 2030 bereits als vordringlicher Bedarf eingestuft ist – wegen einer wachsenden Finanzierungslücke ins Stocken geraten.
Die Bahnverbindung Mannheim–Frankfurt befindet sich seit Januar 2020 in der Planung, als das Land Hessen eine Vorfinanzierung von 5,5 Millionen Euro bereitstellte. Das Planfeststellungsverfahren soll Anfang 2025 beginnen, der Baustart ist für 2027 vorgesehen. Doch das Vorhaben droht nun Verzögerungen, weil die Bundesregierung die notwendigen Mittel für den Ausbau nicht gesichert hat.
Al-Wazir kritisiert sowohl die Bundesregierung als auch den neuen Verkehrsminister, weil sie keine mittelfristige Finanzierung bereitstellen. Ohne diese Strecke, so seine Argumentation, würden die jüngsten Sanierungen anderer Strecken keine spürbaren Verbesserungen bei der Pünktlichkeit bringen. Die parallel verlaufende Riedbahn ist bereits jetzt stark überlastet – Prognosen zufolge wird sie bis 2040 zu 127 Prozent ausgelastet sein, was die Verspätungen weiter verschärfen würde.
Die Finanzlücke ist dramatisch: Bis 2027 fehlen 300 Millionen Euro, bis 2029 klafft ein Loch von 1,5 Milliarden Euro. Bisher gibt es keine konkreten gesetzgeberischen Schritte, um die Deckung zu sichern. Al-Wazir drängt nun auf Änderungen in den parlamentarischen Verfahren, um das Problem zu lösen, bevor das Projekt zum Erliegen kommt.
Die Strecke gilt nicht nur für die Region, sondern für das gesamte deutsche Schienennetz als unverzichtbar. Ihre Fertigstellung würde die Überlastung verringern und die Zuverlässigkeit auf einer der meistbefahrenen Achsen des Landes verbessern.
Aktuell befindet sich die Bahnstrecke Mannheim–Frankfurt in der finalen Planungsphase, doch ihre Zukunft hängt von der Lösung der Finanzkrise ab. Ohne zusätzliche finanzielle Zusagen könnte das Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben werden – mit der Folge, dass Pendler und Fernreisende weiterhin mit überfüllten Zügen und Verspätungen kämpfen müssten. Die nächsten Schritte liegen nun bei den Bundespolitikern und Verkehrsverantwortlichen.






