05 June 2026, 17:08

Hünfelds Kommunalpolitik feiert Engagement – doch die Mitmachkultur schwindet

Freiwilligendienst für Hünfeld - Parlamentsabend im Rathaus

Hünfelds Kommunalpolitik feiert Engagement – doch die Mitmachkultur schwindet

Hünfelds Kommunalpolitiker trafen sich im Kolpinghaus, um das Ende der Wahlperiode 2021–2026 zu begehen. Bei dem Abend stand die Würdigung der lokalen Demokratie im Mittelpunkt: Scheidende und neu gewählte Vertreter wurden geehrt, während zugleich die wachsenden Herausforderungen für das bürgerliche Engagement thematisiert wurden. Die Hünfelder Stadtkapelle und das Duo Zweiklang umrahmten die Veranstaltung musikalisch.

Bürgermeister Benjamin Tschesnok und der Vorsitzende des Stadtrats, Jürgen Bohl, führten durch den parlamentarischen Abend, der jahrelanges ehrenamtliches politisches Engagement würdigte. Sie hießen die neuen Mandatsträger willkommen und verabschiedeten die Ausscheidenden. Im Fokus stand dabei die Dankbarkeit für das bürgerschaftliche Engagement – Tschesnok betonte, wie unverzichtbar freiwilliges Mitwirken für die Gesellschaft sei.

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Fünf Persönlichkeiten – Karin Grosch, Udo Tischler, Reiner Wenzel, Uwe Walter und Michael Vogt – erhielten für ihr langjähriges Wirken die Ehrennadel der Stadt Hünfeld. Zudem wurden Alexander Gradl, Pia Biedenbach und Annette Trapp zu ehrenamtlichen Ortsvorstehern ernannt, während Ingrid Braun zur Stadtältesten berufen wurde.

Bohl nutzte die Gelegenheit, um auf eine besorgniserregende Entwicklung in der öffentlichen Haltung hinzuweisen: Ein Rückgang der Mitmachkultur, ersetzt durch Kritik und die Priorisierung individueller Interessen über das Gemeinwohl. Der Ratsvorsitzende verwies zudem auf zunehmendes Besserwisser-Verhalten und Widerstand gegen Entscheidungen, die persönliche Freiheiten einschränken könnten.

Die Veranstaltung verband Feierlichkeit mit Reflexion – sie ehrte diejenigen, die sich engagiert hatten, und richtete zugleich den Blick auf die Zukunft der demokratischen Teilhabe. Auszeichnungen und Neuernennungen markierten den Übergang, doch der Appell zu konstruktivem Dialog und Gemeinschaftssinn blieb zentral. Der Abend unterstrich einmal mehr, wie entscheidend ehrenamtliches Engagement für das lebendige Miteinander in Hünfeld ist.

Quelle