02 April 2026, 08:22

Kooperatives Fahren in Ulm: Wie Autos Hindernisse gemeinsam umfahren

Blauer und weißer Rallye-Wagen mit zwei Helmträgern auf einer Schotterstraße, umgeben von Vegetation.

Kooperatives Fahren in Ulm: Wie Autos Hindernisse gemeinsam umfahren

Vernetzte, kooperative Fahrdemonstration in Ulm live präsentiert

Am 9. April fand an der Universität Ulm und einer nahegelegenen Testkreuzung eine Live-Vorführung vernetzten, kooperativen Fahrens statt. Bei der Veranstaltung wurden neue Technologien vorgestellt, die die Vernetzung und Zusammenarbeit hochautomatisierter Fahrzeuge verbessern sollen. Organisiert wurde die Demonstration von den Universitäten Ulm und Duisburg-Essen sowie den Unternehmen Bosch und Nokia.

Im Mittelpunkt stand ein realitätsnahes Szenario, in dem zwei automatisierte Fahrzeuge gemeinsam eine Umfahrung eines stehenden Hindernisses in ihrer Fahrspur meisterten. Ein von Bosch entwickelter "Kooperationsplaner" steuerte das Manöver und erteilte beiden Fahrzeugen in Echtzeit Anweisungen. Die benötigten Daten stammten sowohl aus den eigenen Sensoren der Autos als auch aus der in die Verkehrsinfrastruktur integrierten Sensorik.

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Das Projekt PoDIUM, das von 2019 bis 2023 lief, widmete sich vier Jahre lang zentralen Herausforderungen des kooperativen Fahrens. Dazu gehörten die Reduzierung von Verzögerungen in der Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation, die schnelle Abstimmung über Manöver wie Spurwechsel sowie die Lösung von Konflikten, wenn Fahrzeuge unterschiedliche Absichten verfolgen. Getestet wurden Lösungen wie dezentrale Multi-Agenten-Systeme mit prädiktiver Steuerung, dedizierte 5G-Netze mit Reaktionszeiten von unter zehn Millisekunden und standardisierte Kommunikationsprotokolle auf Basis von ETSI ITS-G5.

Für die Demonstration wurden Daten sowohl über 5G-Mobilfunknetze als auch ein Hochfrequenz-Pilotsystem mit 60 GHz übertragen. Die Universität Ulm trug durch die Verfeinerung von Methoden zur Auswertung von Umweltdaten und zur Modellgenauigkeit bei. Ziel war es, dass die Fahrzeuge sicher miteinander, mit anderen Verkehrsteilnehmern und dem Verkehrsraum interagieren können.

Das übergeordnete Ziel von PoDIUM ist der Aufbau einer hochzuverlässigen physischen und digitalen Infrastruktur. Diese soll durch nahtlose Zusammenarbeit zwischen automatisierten Fahrzeugen und intelligenten Verkehrssystemen eine sicherere und effizientere Mobilität ermöglichen.

Die Veranstaltung am 9. April markierte einen praktischen Schritt bei der Erprobung, wie automatisierte Fahrzeuge in komplexen Verkehrssituationen zusammenarbeiten können. Durch die Kombination schneller Kommunikationsnetze, fortschrittlicher Planungstools und Echtzeit-Sensordaten zeigte das Projekt einen möglichen Weg zum sicheren kooperativen Fahren auf. Die weitere Entwicklung hängt davon ab, diese Technologien für den breiten Einsatz auf öffentlichen Straßen zu optimieren.

Quelle