26 April 2026, 00:30

Kreuzberger Veranstaltung entlarvt rechtsextreme Plattform Nius als Hassmaschine

Große Menschenmenge vor einem Gebäude protestierend, mit Schildern und Fahnen gegen ein Regierungsinternetverbot, mit Bäumen und mehrfenstrigen Gebäuden im Hintergrund bei klarem Himmel.

Kreuzberger Veranstaltung entlarvt rechtsextreme Plattform Nius als Hassmaschine

Veranstaltung zu rechtsextremer Plattform Nius in Berlin-Kreuzberg – Aktivisten warnen vor Hetze

In Berlin-Kreuzberg fand am Dienstag eine Informationsveranstaltung über Nius statt, ein rechtsextremes Medienportal, das zunehmend in der Kritik steht. Antifaschistische Aktivist:innen hatten sich versammelt, um die Diskussion zu schützen – aus Sorge vor Störungen durch Provokateur:innen, die mit dem Medium in Verbindung stehen. Trotz Befürchtungen möglicher Auseinandersetzungen war der Andrang groß: Rund 250 Menschen nahmen teil, der Veranstaltungsort war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Nius gerät seit Längerem unter Beschuss, weil es rechtsextreme Rhetorik verstärkt und gezielt versucht, die öffentliche Debatte nach rechts außen zu verschieben. Referent:innen bei der Veranstaltung bezeichneten die Plattform als "digitalen Pranger" und ein "Schmutzblatt", das gezielt Vorurteile schüre. Sie werfen Nius vor, Geflüchtete, Klimaaktivist:innen, NGOs und die demokratische Zivilgesellschaft anzugreifen.

Betroffene der Nius-Kampagnen berichteten von Hasswellen, die sie erreichen – darunter wüste Beleidigungen, Vergewaltigungs- und Todesdrohungen. Hinter der Plattform steht der Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Spitze pflegt. Unter der Leitung von Chefredakteur Julian Reichelt wird Nius vorgeworfen, gezielt Spaltung zu betreiben.

Vor der Veranstaltung hatte Nius diese aggressiv beworben und die Gegeninitiative "Nein zu Nius" als "linksextrem" und "steuerfinanziert" diffamiert. Die Organisator:innen hatten mit möglichen Störungen gerechnet – auch durch Nius-Mitarbeiter:innen –, doch die Diskussion verlief ohne Zwischenfälle. In den kommenden Tagen sind zudem Proteste vor den Nius-Büros in der Ritterstraße in Kreuzberg geplant.

Trotz seiner umstrittenen Methoden bleibt der tatsächliche Einfluss von Nius begrenzt: Die Plattform zählt nicht zu den 100 meistgenutzten Online-Medien in Deutschland und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro.

Die Veranstaltung endete friedlich, der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Nius sieht sich weiterhin mit Widerstand von Aktivist:innen und zivilgesellschaftlichen Gruppen konfrontiert, die dem Portal vorwerfen, extremistische Diskurse zu befeuern. Während die Plattform finanziell kämpft und nur eine begrenzte Reichweite hat, steht sie doch für eine überproportionale Polarisierung der öffentlichen Debatte.

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