Lünen kämpft mit 53 Millionen Euro Defizit – Kommunen am finanziellen Abgrund
Kazim HoffmannLünen kämpft mit 53 Millionen Euro Defizit – Kommunen am finanziellen Abgrund
Deutsche Kommunen stecken in einer tiefen Finanzkrise
Am 22. Juni 2023 veranstaltete der Deutsche Städtetag einen bundesweiten Aktionstag unter dem Motto „Kommunen am Limit“, um auf die wachsende Belastung der Städte und Gemeinden in ganz Deutschland aufmerksam zu machen.
In Lünen organisierte Kämmerer Dr. André Jethon eine Informationsveranstaltung, um die prekäre Haushaltslage der Stadt zu erläutern. Den Teilnehmenden wurde deutlich, dass fast die Hälfte des Lünener Etats für Zweckzuweisungen aufgeht – Aufgaben also, die Bund und Länder den Kommunen übertragen, ohne die Kosten vollständig zu decken. Aktuell klagt die Stadt über ein Defizit von 53 Millionen Euro, und die finanzielle Zukunft bleibt ungewiss.
Die lokale Initiative Pro Lünen, die die Veranstaltung mitausrichtete, forderte eine konsequentere Umsetzung des Konnexitätsprinzips, wonach die Ebene, die Leistungen anordnet, auch für deren Finanzierung aufkommen muss. Lena Steinkuhl, stellvertretende Vorsitzende des Vereins, betonte, wie entscheidend stabile Kommunalfinanzen für die lokale Wirtschaft seien. Einig waren sich die Anwesenden darin, dass Bildung, Schulen, Ehrenamt, bürgerschaftliches Engagement und sozialer Zusammenhalt vor Kürzungen geschützt werden müssen.
Dr. Jethon kündigte an, die gesammelten Rückmeldungen in die künftige Haushaltsplanung einfließen zu lassen.
Der Aktionstag machte deutlich, wie sehr Kommunen wie Lünen unter Druck stehen: Bei einem Fehlbetrag von 53 Millionen Euro und steigenden Ausgaben muss die Stadt nun ihren Haushalt konsolidieren, ohne dabei zentrale Leistungen zu gefährden. Die Forderung nach einer gerechteren Finanzverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen bleibt eine der zentralen Kernforderungen.
