Neue Roadmap zeigt: So gelingt Deutschlands Energiewende bis 2020 und darüber hinaus
Kazim HoffmannNeue Roadmap zeigt: So gelingt Deutschlands Energiewende bis 2020 und darüber hinaus
Im Dezember letzten Jahres wurde eine neue Roadmap für die deutsche Energiewende veröffentlicht. Der Plan, der von Martin Pehnt und dem IFEU-Institut Heidelberg mitverfasst wurde, skizziert zentrale Maßnahmen, um den Energiebedarf besser zu steuern und erneuerbare Energien bis 2020 und darüber hinaus effizienter zu integrieren.
Den Anfang macht die Bewältigung von Überschussstrom aus Wind- und Solarenergie. Als erste Lösung schlägt die Roadmap "Power-to-Heat" vor, bei dem überschüssiger Strom in nutzbare Wärme umgewandelt wird. Dieses Verfahren soll kurzfristig das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage herstellen.
Bis 2020 soll die Elektromobilität eine größere Rolle bei der Steuerung des Energieverbrauchs spielen. Der Plan setzt zudem auf mehr Effizienz, Energie-Demokratisierung und einen Wandel weg von traditionellen Machtstrukturen im Energiesektor. Geteilte Nutzung von Autos und Haushaltsgeräten sowie eine gestiegene öffentliche Bewusstseinsbildung sind Teil dieser Strategie.
Die Windkraft an Land bleibt ein Schwerpunkt, wobei der Fokus auf einer flächendeckenden Verteilung der Anlagen in ganz Deutschland liegt. Die Roadmap fordert außerdem die Reduzierung der "Must-run"-Kapazitäten, einschließlich der Kernenergie, um das Stromnetz flexibler zu gestalten. In den 2020er-Jahren plant Deutschland, seine Pumpspeicherkapazitäten auszubauen und sich mit größeren Anlagen in den Alpen und Skandinavien zu vernetzen.
Das Dokument schließt Lücken, die frühere Initiativen wie der Erneuerbare-Energien-Aktionsplan und die Leitstudie 2011 offenließen. Die Autoren betonen, dass neben technologischen Fortschritten auch Verhaltensänderungen notwendig sind.
Die Roadmap setzt klare Ziele für die Integration erneuerbarer Energien, den Ausbau von Speicherkapazitäten und das Nachfragemanagement. Zu den Empfehlungen gehören der schrittweise Ausstieg aus unflexiblen Energiequellen sowie die Förderung gemeinschaftlicher Energielösungen. Die Umsetzung wird das deutsche Energiesystem in den kommenden zehn Jahren prägen.






