10 May 2026, 06:19

Paketbranche in der Krise: Razzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung und Lohnbetrug

Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist, einer zeigt die Route der US-Geldkurier und der andere zeigt die Standorte der Geldkurier, mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Paketbranche in der Krise: Razzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung und Lohnbetrug

Großrazzia deckt flächendeckende Missstände in Deutschlands Paketzustellbranche auf

Eine großangelegte Kontrollaktion gegen Arbeitsrechtsverstöße im deutschen Paketzustellsektor hat weitverbreitete illegale Praktiken ans Licht gebracht. Zollbehörden entdeckten undeclarierte Schwarzarbeit, Lohnbetrug und Ausbeutung bei Fahrern, die von Subunternehmern beschäftigt werden. Die Ergebnisse lösten Forderungen nach schärferen Vorschriften und einem möglichen Verbot von Fremdvergabe in der Branche aus.

Über 2.900 Zollbeamte führten bundesweit Kontrollen durch. Dabei stellten sie fest, dass Fahrer ohne gültige Arbeitsverträge tätig waren – manche wussten nicht einmal, wer ihr eigentlicher Arbeitgeber war. In einem Fall arbeitete ein 39-jähriger Türke in Köln ohne gültige Arbeitserlaubnis.

Viele Zusteller mieteten ihre Lieferfahrzeuge zu überteuerten Konditionen von denselben Subunternehmern an, die sie beschäftigten. Andere berichteten von unbezahlten Arbeitsstunden, wodurch ihr Verdienst unter den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro sank. Solche Praktiken bestehen laut Zollunterlagen bereits seit Jahren.

Große Unternehmen wie Amazon, Hermes, GLS und DPD setzen in unterschiedlichem Maße auf Subunternehmer. Die Gewerkschaft Verdi reagierte mit der Forderung nach einem vollständigen Verbot von Fremdvergaben in der Branche. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte strengere Maßnahmen gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung an.

Der Branchenverband BPEX verteidigte die Subunternehmer-Struktur als notwendig für das Wachstum. Kritiker hingegen argumentieren, dass das System systematische Ausbeutung ermöglicht.

Die Kontrollen haben tief verwurzelte Probleme in der Paketlogistik offenbart. Die Behörden stehen nun unter Druck, Arbeitsgesetze konsequenter durchzusetzen. Unternehmen, die Subunternehmer nutzen, könnten gezwungen sein, ihre Einstellungspraktiken zu reformieren – oder müssen mit weiteren rechtlichen Konsequenzen rechnen.

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