RAW-Gelände in Berlin: Kulturschatz zwischen Abriss und Protesten
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bedeutenden Kulturzentrums, steht auf dem Spiel. Nach dem Scheitern der Verhandlungen über Bebauungspläne und Entwicklung hat der private Eigentümer, die Kurth Group, Mitte Juni den Abbruch der Gespräche erklärt – daraufhin brachen Proteste aus.
Das RAW-Gelände in Berlin blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich als Wartungsstätte für Reichsbahn-Züge genutzt, wurde es nach dem Fall der Berliner Mauer aufgegeben. Heute beherbergt es Clubs, Bars, Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen, einen Weihnachtsmarkt und einen Flohmarkt.
Im Januar beantragte die Kurth Group ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren für den Bau von Wohnungen. Der Senat und der Bezirk legten Mitte Mai einen Rahmenvertrag vor, doch der Eigentümer lehnte ab. Der zentrale Streitpunkt dreht sich um die Anzahl der zu errichtenden Wohnungen und den Erhalt der historischen Hallen, in denen sich kulturelle Einrichtungen befinden.
Dutzende Demonstranten versammelten sich unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ am Kurfürstendamm. Die Organisatoren warnten, dass die kulturelle Zukunft des Geländes nun auf dem Spiel stehe. Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, haben bereits Räumungsaufforderungen für Teile der Flächen erhalten – der Club könnte bereits nächste Woche geräumt werden.
Das Scheitern der Verhandlungen lässt die kulturellen Einrichtungen auf dem RAW-Gelände in der Schwebe. Ohne eine Lösung könnten Clubs und Bars zur Schließung gezwungen werden. Der Konflikt zeigt das Spannungsfeld zwischen städtischer Entwicklungsplanung und dem Erhalt Berlins lebendiger Kulturszene.
