29 June 2026, 18:41

Schwarmkraftwerk am Rhein: 124 Mini-Turbinen erzeugen Strom aus Flussströmung

Energyminer's River Turbines Exist. The Cheap Baseload Claim Needs Operating Data.

Schwarmkraftwerk am Rhein: 124 Mini-Turbinen erzeugen Strom aus Flussströmung

Erstmals entsteht ein Schwarmkraftwerk am Rhein bei St. Goar

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Das Pilotprojekt umfasst 124 Energyfish-Einheiten – kleine, schwimmende Turbinen, die Strom aus der Strömung des Flusses erzeugen. Es handelt sich dabei um die bisher größte Installation dieser Art.

Die Energyfish-Turbine des Unternehmens Energyminer ist ein kompakter hydrokinetischer Generator mit Abmessungen von etwa 2,8 Metern Länge, 2,4 Metern Breite und 1,4 Metern Höhe. Jede Einheit wiegt rund 80 Kilogramm und kann bei Spitzenleistung bis zu 6 kW erzeugen, im Durchschnitt jedoch etwa 1,8 kW. Laut Hersteller produziert jede Turbine jährlich etwa 15 MWh. Ein Schwarm von 100 Einheiten käme somit auf rund 1,5 GWh pro Jahr – genug, um etwa 470 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Die Installation verläuft zügig: Zehn Einheiten lassen sich innerhalb von etwa drei Tagen einsetzen, sofern die Genehmigungen vorliegen. Beton, Staudämme oder aufwendige Bauarbeiten sind nicht erforderlich. Das System ist so konzipiert, dass es Hochwasser standhält, Fische nicht gefährdet und bei jedem Wetter sowie zu allen Jahreszeiten mit minimalem Wartungsaufwand betrieben werden kann.

Die angegebenen Stromgestehungskosten liegen bei etwa 8 Cent pro kWh. Energyminer zufolge ergibt sich daraus eine durchschnittliche Jahresrendite von mindestens 8 Prozent über eine Projektlaufzeit von 20 Jahren. Flüsse bergen jedoch Herausforderungen: saisonale Schwankungen der Wasserführung, Treibgut nach Überschwemmungen, geringere Leistung bei Niedrigwasser und Eisbildung in kalten Regionen.

Um die Wirtschaftlichkeit des Projekts zu bewerten, sind detaillierte Daten erforderlich – unter anderem zur monatlichen Produktion pro Einheit, Strömungsgeschwindigkeitsverteilung, Ausfallzeiten, Wartung, Treibgutereignissen, Hochwasserbeständigkeit, Installationskosten, Netzanschlussgebühren, Versicherungskonditionen, Finanzierungsmodalitäten sowie den endgültigen Stromkosten unter Einbeziehung der landseitigen Infrastruktur und Dienstleistungen. Trotz seiner Größe würde ein Schwarm von 124 Einheiten im Schnitt nur wenige hundert Kilowatt erzeugen – eine dezentrale Stromquelle also, kein Großkraftwerk.

Die Anlage in St. Goar markiert einen wichtigen Schritt für die kleinteilige hydrokinetische Energiegewinnung. Bei Erfolg könnte sie eine zuverlässige und kostengünstige Stromversorgung für lokale Gemeinden bieten. Entscheidend für den Projekterfolg werden die realen Betriebsbedingungen und die Fähigkeit sein, die natürlichen Schwankungen von Flusssystemen zu bewältigen.

Quelle